Blood Du sollst bereuen von S.T. Abby erschien am 24.06.2026 im Goldmann Verlag. Das Buch umfass 224 Seiten. Es ist der Mindfuck Series (USA-Titel) zuzuordnen, im Deutschen der Lana-Myers-Reihe. Es handelt sich um den zweiten Band.
Auch diesmal ist das Layout wieder hochwertig, die Klappenbroschur als auch das Cover fügen sich gut in das Design des ersten Buches ein. Besonders gut gefällt mir, dass sich auf den Buchrücken mit der Zeit ein Bild ergibt, das nicht zu aufdringlich aber farblich stimmig ist. Ein wenig schade finde ich, dass die Steckbriefe der Klappenbroschur vom ersten Band genauso übernommen wurden. Ich hätte hier doch gerne eine Anpassung erlebt, da die Lesenden ja auch inzwischen mehr über Lana und Logan wissen. Dies gilt nach wie vor ebenfalls in der Kapiteldarstellung der Nagelanzahl, wie ich bereits in meiner Rezension zum ersten Band anmerkte.
Die Dynamik zwischen Logan und Lana überzeugt auch diesmal, während sie sich im ersten Band erst kennenlernten und noch alles sehr rosig beschrieben wurde, haben sie nun mit dem Alltag zu kämpfen, der sich nicht gerade leicht gestaltet, wenn einer von beiden ein FBI-Agent ohne Freizeit ist und die andere Person eine Killerin, deren Fall auf seinem Schreibtisch liegt. Lana überzeugt aber auch in diesem Band nicht nur durch Witz und ein außergewöhnliches psychologisches Profil, sondern stellt den Spagat zwischen den fehlenden/dunklen Empfindungen als Killern glaubhaft dem Gefühl einer verliebten Frau mit traumatischer Vergangenheit gegenüber. Auch ihren ersten Streit, der fast zur Trennung führt, haben die beiden. Dieser wurde mir am Ende dann aber doch etwas zu leicht beigelegt. Zwar verstehe ich, dass Lanas aufgewühlte Gefühle durch den Mord gedämpft wurden, dennoch hätte ich es mir anders gewünscht, da es sich anfühlte, als käme Logan zu einfach aus der Sache heraus. Es hatte etwas von einer die Frau beruhigt sich schon wieder Beschreibung, die ich persönlich in Büchern nicht mag.
Besonders gut gefällt mir, dass nun auch Außenstehende involviert werden und man nicht nur mehr über die Geschehnisse in Lanas Vergangenheit erfährt, sondern auch einen Bereich erkundet, in dem die Welt nicht nur schwarz weiß ist. Was Lana tut, ist abscheulich, für andere Menschen aber dennoch Gerechtigkeit, vor allem für Involvierte und Betroffene. Man kann nicht umhin die Morde auch vor sich selbst zu rechtfertigen, da das Rechtssystem Selbstjustiz in vielen Fällen durchaus als annehmbare Alternative erscheinen lassen kann. Wo Gerichte, Behörden etc. scheitern, steht trotzdem noch das Gefühl der Opfer im Raum.
Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir, dass Logans KollegInnen nicht klischeehaft dargestellt werden. Oftmals kommt es in Thrillern ja vor, dass man sich fragt, wie diese Menschen des Geheimdienstes oder der Polizei überhaupt an ihren Job gekommen sind, weil sie nicht richtig nachfragen und Offensichtliches übersehen. Hier ist es anders, in Form einer Kollegin, die wohl genauso gut Lana sein könnte, wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätte. Denn ihre Ausgangslage erscheint bisher ähnlich. Verschiedene Sichtweisen auf das, was Lana tut, regen auch mich als Leserin zum Nachdenken und Einordnen an.
Persönlich finde ich die Geschwindigkeit der Erzählung diesmal auch angemessener. Es werden neue Informationen eingestreut und auch der Cliffhanger ist wieder absolut gut gewählt, aber es wird weder zu wenig noch zu viel preisgegeben. Das Interesse daran, weiterlesen zu wollen, wird so angefacht und das ist gerade in der Mitte einer Serie stets wichtig.
Die Darstellung der Mordsequenz empfinde ich diesmal auch als angenehmer. Die Tat wird im Nachhinein grob beschrieben, aber die Folterszenen muss die lesende Person nicht direkt miterleben.
Leider ist das Buch noch kürzer als das Erste. Meinem Empfinden nach hätte man die ersten zwei Bände zusammenfassen können.
Auch hier vergebe ich aber wieder 4/5 Sternen.