Selten hat mich ein Buch so schnell in seinen Bann gezogen wie "Secret - Du sollst mich fürchten".
Eine Kleinstadt voller Geheimnisse, eine Serienkillerin, mit der man plötzlich mit fiebert, und ein FBI-Ermittler, der sich ausgerechnet in sie verliebt.
Normalerweise feuert man in Thrillern den Ermittler an. Hier saß ich allerdings da und dachte mir: Okay warum hoffe ich gerade, dass die Serienkillerin nicht erwischt wird?
Klingt chaotisch? Ist es auch. Aber auf die bestmögliche Art.
Besonders spannend fand ich, dass die Täterrolle hier mal von einer Frau übernommen wird, und nicht von irgendeiner, sondern von der sehr sympathischen Lana.
Was ich dabei gleichzeitig faszinierend und leicht verstörend fand: Obwohl sie wirklich schlimme Taten begeht, habe ich trotzdem mit ihr mit gefiebert. Man bekommt immer einen Teil aus Ihrer Vergangenheit erzählt aber es gibt definitiv genügend Spielraum, um dem eigenen Kopfkino freie Fahrt zu gewähren.
Irgendwann habe ich mich ernsthaft gefragt, warum ich bitte Sympathie für eine Serienkillerin empfinde. Ich habe mir öfters "Go Girl!!!" gedacht oder innerlich geschrien, als ich wahrscheinlich sollte. :D
Parallel dazu gibt es den FBI-Ermittler Logan, der den verschiedensten Fällen auf den Grund gehen will.
Natürlich verliebt er sich ausgerechnet in die Frau, die er eigentlich jagen sollte. Er weiß es eben nur noch nicht.
Sagen wir mal so: Seine Partnerwahl hätte unkomplizierter ausfallen können.
Der Schreibstil war angenehm flüssig und direkt. Besonders mochte ich, dass es kein ewiges Vorgeplänkel gab, sondern die Geschichte schnell Fahrt aufgenommen hat. Auch die eingebauten Chatverläufe und Nachrichten fand ich richtig gelungen. Nicht, weil das Buch sie unbedingt gebraucht hätte, sondern weil sie zusätzliche Abwechslung reingebracht und der Geschichte noch einmal eine andere Perspektive gegeben haben.
Die Story ist stellenweise definitiv nichts für zart Besaitete, manche Szenen sind schon hart. Für mich war es aber eine richtig gute Mischung aus düsterer Spannung, "hat-sie-nicht-gemacht", Action und emotionalen Momenten. Die Charaktere fand ich ebenfalls sehr gelungen und sympathisch. Jeder auf seine Weise und gefühlt trägt auch jeder ein Geheimnis mit sich.
Spannend war auch der Einblick in die Ermittlungsarbeit des FBI. Ob alles realistisch dargestellt ist, sei jetzt mal Nebensache aber es war auf jeden Fall interessant zu verfolgen, wie Logan und sein Team arbeiten und welche Denkansätze für Lösungen eines komplizierten Falles genutzt wurden. Abwechslungsreich und interessant fand ich auch, dass sich die Handlung nicht nur um Lana Geheimnis dreht, sondern mehrere Mordfälle eine Rolle spielen. In der auch ordentlich von allen Seiten mitgewirkt wird.
Die zwischen den Kapiteln eingestreuten Albert-Einstein-Zitate in Band 1, waren für mich das kleine Sahnehäubchen obendrauf und haben dem Buch noch einmal eine besondere Note verliehen.
Insgesamt ein starker Auftakt der Reihe, der mich definitiv neugierig auf Band 2 gemacht hat.
Ich bin gespannt, wie es mit Lana und Logan weitergeht, auch wenn ich mir bei den beiden ziemlich sicher bin, dass eine normale Beziehung eher schwierig wird und sich einer am Ende entscheiden muss.