Das Buch hinterfragt die vielen Bewertungen, die Musik und dem Akt des Musizierens zugeschrieben werden.
Dass der «Geist» der Musik Probleme verursachen und sogar dem sogenannten Bösen dienen kann, wird in Medien und Sachbüchern allzu oft verdrängt. Pauschale Euphorie ersetzt den sachlich differenzierten Umgang mit einem vielgestaltigen Themenkreis: Von Musik ist die Rede, als ob es immer um Bach und Mozart ginge; von Bach und Mozart ist die Rede, als ob ihre Musik allen Menschen dasselbe bedeuten würde. Doch Lösungswege sind erschließbar. Diesen widmet sich das vorliegende Buch - kämpferisch reformaffin und ohne Angst vor Zuspitzung. Nicht nur politisch relevante Ideen, deren historische Vorbilder zitiert und kommentiert werden, sondern auch Überlegungen, die das individuelle Handeln betreffen, prägen die Konzeption dieser praktischen Philosophie des musikalischen Alltags. Das empirische Fundament dafür bildet ein integratives Verständnis von Musikforschung.
Über Macht der Musik wurde in den letzten Jahren viel nachgedacht und viel geschrieben. Dabei wirkt Musik nicht immer musikalisch. Tomi Mäkelä unterzieht populäre Aussagen darüber, wie Musik zur Erziehung, Bildung, Glück, Gesundheit (psychisch und physisch), Moral und mehr beitragen soll, einer kritischen Überprüfung und stellt Überlegungen darüber an, wie es zu teilweise überhöhten Ansichten über die Macht der Musik kommen konnte. Er nimmt auch negative Aspekte der Beschäftigung mit Musik in den Blick, sei es während der Ausbildung der Profimusikerinnen und -musiker und ihrer späteren Berufstätigkeit oder wenn Musik bei gewalttätigen Handlungen zum Einsatz kommt.