Man kann eigentlich keine Rezension zu diesem Buch (insgesamt dieser Reihe) verfassen, ohne nicht das grandiose Coverdesign zu erwähnen. Diese ganzen Verschnörkelungen, der Stuck und allgemein die gesamte Konzeption, die auch ein wenig an alte, schwere Türen erinnert, nur hier halt in komplett schwarz und mit goldener (Akzent-)Schrift.
Und auch wenn mir zunächst auch gar nicht wirklich bewusst war, dass es sich sogar um eine Reihe handelt, muss ich in der Rückschau ( bzw. auch im Vorblick; der dritte Band ist ja noch nicht erschienen) sagen, dass es auch einfach ein Design ist, das sich immer etwas abwandeln lässt und dennoch stets eine Verbindung zwischen den einzelnen Bänden schafft.
Aber jetzt auch genug über das Äußere und hin zum Inhalt: wie bereits erwähnt, war mir anfangs gar nicht ganz klar, dass es sich um einen zweiten Band handelt, ich bin trotzdem gut in die Geschichte hineingekommen ( auch wenn mir im Nachhinein doch ein, zwei Stellen aufgefallen sind, die mit mehr Hintergrundwissen vielleicht noch etwas schlüssiger gewesen wären) Die Hauptcharaktere waren alle drei sehr interessant angelegt mit all ihren persönlichen Ecken, Kanten und inneren Dämonen. Ich persönlich bin mit Julian noch etwas besser klargekommen als mit Nicholas, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Die Story und ihr Inhalt an sich waren auch mit ihrem Schreibstil so aufgebaut, dass ich gut mitfühlen konnte. Die Liebeslinie(n) waren (einigermaßen) gut eingebettet, ich hatte zunächst das Gefühl, dass es doch ein wenig sehr überstürzt war, aber bei näherem Drübernachdenken legte sich das dann soweit.
Womit ich in der Kapitelgestaltung aber tatsächlich noch etwas hadere, ist Folgendes; die verschiedenen Perspektiven waren grundsätzlich super, bei den (ich würde sagen) Gedichten des Dirigenten bin ich zwar nicht durchgestiegen, aber was ich noch seltsamer fand, waren diese Schlagzeilen, die immer als Art "Untertitel" einen neuen Abschnitt einläuteten. Irgendwie hab ich die Sinnhaftigkeit ( und auch Bedeutung) davon nur so ganz grob verstanden.
Allgemein aber ein spannendes Buch mit gut gezeichneten Charakteren und einer interessanten Geschichte, das sich mMn. auch als "Stand-alone" lesen lassen würden, wenn man gewissen Zusammenhängen einfach als gegeben annimmt.