Academy-Setting mit Werwölfen, was will man mehr
Von Leia Stone wollte ich schon sehr lange etwas lesen, da eine Freundin immer wieder von ihren Büchern schwärmt. Und als jetzt ein Buch rund um Werwölfe von ihr erscheinen sollte, einer mythischen Figur, der ich kaum widerstehen kann, da wusste ich, ich muss Wolf Girl unbedingt lesen. Und ich wurde auf jeden Fall nicht enttäuscht.Demi wächst als Kind von ausgestoßenen Werwölfen außerhalb von Werewolf City auf, mit Manschetten um die Handgelenke, sodass sie ihren inneren Wolf nie herauslassen kann. Bis sie auf ihrer Schule für Ausgestoßene ausgerechnet Sawyer Hudson begegnet, dem Sohn des Alpha. Da zwischen ihnen eine komische Verbindung zu bestehen scheint, nutzt Sawyer seinen Status aus und holt Demi nach Werewolf City und in die Riege der Frauen, aus der er sich seine Seelenverwandte aussuchen muss. Doch kann Demi bei diesem Werwolf-Bachelor wirklich gewinnen ... und will sie das überhaupt?Die Geschichte rund um Demi, die als Außenseiterin und Ausgestoßene aufwächst, berührt durch ihre Mischung aus Verletzlichkeit und stillem Mut. Ihre Unsicherheit wirkt authentisch, und gerade weil sie so oft unterschätzt wird, fiebert man mit jedem ihrer Schritte mit. Ihre Entwicklung, vom gedemütigten Mädchen zur jungen Frau, die beginnt, ihren Platz einzufordern, hat mich besonders angesprochen und verleiht dem Roman eine schöne innere Spannung.Die Dynamik zwischen Demi und Sawyer ist das Herzstück des Buches. Ihre Beziehung startet kantig, voller Misstrauen und Reibung, doch genau diese Reibung macht den Reiz aus. Sawyer ist der typische zukünftige Alpha, loyal, beschützend, manchmal frustrierend stur, aber nie überzeichnet. Zwischen den beiden entsteht eine prickelnde, langsam wachsende Verbindung, die mich oft zum Schmunzeln gebracht hat und gleichzeitig neugierig machte, wie sich ihr Band weiter vertieft. Ihre Interaktionen tragen die Handlung und sorgen dafür, dass man die Seiten fast schon zu schnell umblättert.Die Welt der Shifter ist eher leicht skizziert, erfüllt aber ihren Zweck und bietet genug Raum für Drama, Action und die Bedrohung durch die Vampire. Diese dunkleren Spitzen setzen gute Kontraste zur emotionalen Entwicklung und halten die Spannung hoch, ohne den Wohlfühlcharakter des Romans zu überlagern.Was ich aber als einen kleinen Kritikpunkt anmerken möchte, ist, dass ich mich auf eine eher junge Geschichte eingestellt habe. Immerhin steht auf dem Klappentext, dass Demi gerade einmal 17 Jahre alt ist. Tja, im Buch selbst sagt Demi mehrmals, dass sie bereits 21 Jahre alt ist, genauso alt wie Sawyer. Das macht für mich einen geringen Unterschied, da die Geschichte wesentlich besser zu einer jungen Heranwachsenden passt, aber der Klappentext da einfach etwas irreführend ist. Ich hoffe, dieser Fehler wird in der 2. Auflage behoben.Insgesamt ist Wolf Girl ein unterhaltsamer, gefühlvoller Auftakt, der mit einer sympathischen Heldin, einer spannenden Fast¿Burn¿Romance und einem Hauch Gefahr punktet. Nicht alles ist tief ausgearbeitet, aber das Buch macht einfach Spaß und lädt dazu ein, direkt weiterzulesen. Was ich nach diesem Cliffhanger auch am liebsten gemacht hätte, leider heißt es nun noch warten auf den nächsten Teil.