Fanatismus und Intoleranz gehören zu den Erkennungszeichen einer Moral, die emotional vermittelt wird und für Argumente taub bleibt. Oft begegnet sie uns bei jenen, die sich für sozial fortschrittlich halten. Der kritische Blick gibt zu erkennen, dass ihr moralisches Urteil boshaft ist.
Fanaticism and intolerance are indicative of a morality that is based on emotions and impervious to arguments. It is often encountered in those who profess belief in social progress. Upon closer inspection, however, it turns out that their morality is, indeed, malicious. Moralische Vorwürfe verletzen oder verärgern, vor allem wenn sie einen unvermutet und aus dem Hinterhalt treffen. Plötzlich gilt man als Rassist, Sexist oder gar als elitär. Die Daumen werden nach unten gekehrt und die Menge schreit "Buh". In den Chor einzustimmen verspricht den Teilnehmenden Statusgewinn, denn wer andere verurteilt, reiht sich damit sofort unter die Guten ein. Aber dieses Gutsein ist perfide. Die unbeirrbar auftretende Moral erweist sich bei näherer Betrachtung oftmals als boshaft. Sie macht Mehrdeutiges eindeutig und erzeugt so, was sie anprangert. Sie vermeidet Begründungen, belohnt das Ducken und vertraut auf die blanke Macht der Entrüsteten. Inhaltlich lässt sie sich nicht verallgemeinern, denn sie mutet Menschen zu, Verhaltensmaßstäben zu genügen, denen sie nicht genügen müssen. Die Bosheit dieser Moral gilt es zu begreifen und das Recht von ihrem Einfluss freizuhalten.