Ein wichtiges Thema mit sympathischen Figuren, das mich gut unterhalten hat, aber emotional nicht komplett packen konnte.
Breakaway von Anabelle Stehl behandelt ein Thema, das im New-Adult-Genre eher selten so deutlich im Mittelpunkt steht: Gerüchte, öffentliche Verurteilung und die Folgen, wenn Menschen sich vorschnell ein Urteil bilden.Ich konnte gut nachvollziehen, warum Lia nach Berlin geflüchtet ist. Nach allem, was auf dem Campus passiert ist, wirkte ihre Entscheidung auf mich absolut verständlich. Besonders mochte ich, dass ihre Verletzlichkeit im Vordergrund stand und sie nicht einfach alles weggesteckt hat.Noah war für mich dagegen ein echter Safe Place. Er hat Lia die Ruhe gegeben, die sie gebraucht hat, und die Beziehung zwischen den beiden hat sich angenehm langsam und richtig süß entwickelt.Das Verhalten der anderen Studierenden und besonders ihrer ehemaligen Freundinnen fand ich grundsätzlich realistisch. An manchen Stellen war es für meinen Geschmack zwar etwas überzogen, trotzdem konnte ich nachvollziehen, was die Geschichte damit zeigen wollte.Auch Berlin als Ort für einen Neuanfang hat für mich gut funktioniert und der Geschichte eine schöne Atmosphäre gegeben.Leider hat mich das Buch insgesamt trotzdem nicht komplett gepackt. Weder Lias Vergangenheit noch Noahs Familiengeschichte konnten mich so fesseln, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Dazu kamen ein paar kleinere Längen, die den Lesefluss etwas gebremst haben.Der Schreibstil hat mir dagegen wieder gut gefallen - angenehm flüssig und leicht zu lesen. Das Ende fand ich stimmig. Es gab keinen riesigen Cliffhanger, der mich sofort zum nächsten Band gedrängt hätte, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass die Geschichte gut abgeschlossen wurde.Insgesamt ein schöner New-Adult-Roman mit wichtigen Themen und sympathischen Figuren, dem für mich aber das gewisse Etwas gefehlt hat.