Ein erschreckend reales Szenario, welches aber auch sehr rund ausformuliert und durchdacht ist.
Ein erschreckend reales Szenario, welches aber auch sehr rund ausformuliert und durchdacht ist. Inhalt: Es braut sich etwas zusammen auf der Erde, als Laura Lombardi bei einer Untersuchung feststellen muss, dass das Phytoplankton seine Photosynthese eingestellt hat und somit keinen Sauerstoff mehr produziert. Zunächst sieht Laura ihre Warnung wie pure Panikmache aus. Niemand will einsehen, dass mit dem Plankton der wichtigste Sauerstofflieferant der Erde seinen Dienst eingestellt hat.Doch es dauert nicht lange, bis man feststellen muss, dass auch die Pflanzen auf der Erde von dieser seltsamen Krankheit betroffen sind. Das seltsame "Grau¿ legt die komplette Sauerstoffproduktion auf der Erde lahm. Die Atmosphäre und die Luft werden von Tag zu Tag giftiger.Die eigentliche Lösung für das drohende Klimaproblem entpuppt sich als das, was am Ende die Photosynthese komplett lahm legt.Während einige Staaten noch immer auf den eigenen Vorteil bedacht sind, es nicht einsehen, dass man Sauerstoff einsparen muss, wo es nur geht, kämpft Laura Lombardi um Gehör und um eine Lösung des Problems.Jedoch hat der Great Reset der Erde begonnen und die Menschen sind machtlos wie noch nie.Mein Leseerlebnis: Am Anfang war es noch ein relativ harmloser Zwischenfall, der das kleine Mädchen in ihren Grundfesten erschüttert und dann einen Wink für die Zukunft ist. Delfine sterben jeden Tag und die Gruppe des Meeresforschungsinstituts wird schon auch seine Gründe gehabt haben, sich von der Erde zu verabschieden.Der Zeitsprung in das Erwachsenenleben des kleinen Mädchens kam dann doch recht plötzlich und war sehr abrupt. Sie hatte ihre Pläne verwirklicht, das Abitur gemacht und Meeresbiologie studiert. Ihre Eltern, mit denen sie eigentlich zusammenarbeiten wollte, waren dann auch schon von der Bildfläche verschwunden, was aber nicht groß näher erklärt worden ist. - Das fand ich dann doch recht unübersichtlich und blöd. Stattdessen treten eine ganze Menge mehr Namen in das Leben von Laura Lombardi.Die Entdeckung mit dem defekten Phytoplankton war für mich persönlich, schon ein ziemlicher Hammer. - Mir war gleich klar, dass das zumindest für das Leben im Meer erhebliche Auswirkungen haben würde. So einen gewissen Sauerstoffanteil braucht auch im kühlen Nass ein jedes Lebewesen. - Stattdessen passiert genau das, was ich vorhergesehen habe. Die Wirtschaft entscheidet das weitere Handeln. Es wird weiter fröhlich so verschwenderisch weiter gelebt, wie man es gewohnt ist und die Wissenschaftlerin werd verunglimpft und mundtot gemacht.Mich hat es nicht gewundert, dass das mit den Pflanzen an Land dann ganz genau so weiter geht. - Die Lage spitzt sich zu. Aber leider sind zuerst die kleinen Leute die Opfer. Die Bauern, denen die Pflanzen kaputt gehen, die Menschen, die die gestiegenen Lebensmittelpreise stemmen müssen und gegen die giftige Luft vollkommen schutzlos dastehen. Es entwickelt sich ein Machtspielchen zwischen der Regierung, organisierter Kriminalität und Leuten, die gern Macht hätten und alle Hebel in Bewegung setzen, um ihre eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Dabei sind mir jede Menge Namen um die Ohren geflogen, die sich stellenweise nur wirklich schwer auseinanderhalten konnte. - Der Handlung konnte ich aber trotzdem gut folgen. Ok, die Personen konnte ich nicht immre auseinanderhalten, aber im Grunde war das nicht wichtig. Man hat sehr gut verstehen können, dass hier mehrere linke Dinge ablaufen.Zwischendrin wurde mir das ewige Hin und Her etwas lang. Es drehte sich irgendwann wirklich nur noch ums nackte Überleben des gemeinen Volkes, den wissenschaftlichen Ehrgeiz, die Menschheit im Allgemeinen irgendwie zu retten und dann den Plan der organisierten Kriminalität, noch das Beste, also in finanzieller Hinsicht, aus der gegenwärtigen Situation zu machen. Im Grunde war erst einmal komplett nachvollziehbar. Man haust sich ein, man sieht zu, dass man Lebensmittel und Sauerstoff hat und sucht sich die Menschen aus, die überleben dürfen, die die besten Überlebenschancen haben. - Warum man dann allerdings den Wissenschaftlern, die zum Wohle aller arbeiten, noch Knüppel zwischen die Beine wirft, habe ich in keiner Weise verstanden. Zumal an dem Punkt, wo diese Wissenschaftler dann in einer der neuen Städte waren, keine Rede mehr von irgendwelchen wissenschaftlichen Forschungen ist. Das Ende kam nach einer ziemlich langgezogen beschriebenen Aktion dann doch recht plötzlich. Erst versucht man, noch alles zu retten, was irgendwie geht und dann erlebt man als Leser, wie der letzte Mensch der Erde, der scheinbar allerletzte jemals lebende Mensch, freiwillig in den Tod geht. ... Bedrückend und bestürzend gleichzeitig.FAZIT: Ein Thriller zwischen beklemmender Dystopie und knallharter Wissenschaft. - Allein das Thema mit dem drohenden Klimawandel, der scheinbaren Lösung und der anschließenden Katastrophe. So menschlich, dann erst einmal einen unbedingten Schuldigen finden zu müssen. Allerdings ist das Katastrophenszenario dann doch recht ausführlich und langatmig beschrieben. Man merkt deutlich, dass die Menschen wirklich alles ihnen mögliche versucht haben, um ihr Leben irgendwie fortsetzen zu können, allerdings ist das in dem Ausmaß nun mal nicht möglich, wenn kaum noch Sauerstoff in der Atmosphäre ist und die Luft von Tag zu Tag giftiger wird.Das Szenario mit den ständig schlimmer werdenden Lebensumständen ist wirklich sehr gut beschrieben. Ich konnte nachvollziehen, was die Menschen mental durchgemacht haben musst. - Ich konnte allerdings nicht verstehen, warum man sich dann gegenseitig noch das Leben schwer machen muss. Das hat sich meiner Erkenntnis dann doch sehr entzogen.Teilweise hatte ich ein wirklich großartiges und sehr graues Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Ich habe der Flora sehr gut beim Verwelken zusehen können und ich habe mir stellenweise auch selber eingebildet, dass ich schwer bis gar keine Luft mehr bekomme.Die Katastrophe selber ist eigentlich gar nicht so abwegig, sodass es mir eigentlich Angst machen müsste, dass so etwas auch wirklich möglich ist. Allerdings ist mir auch klar, dass die Menschheit dagegen nun wirklich nichts ausrichten kann. Ein großartiges Szenario von einem Great Reset der Erde. Ich bin großartig unterhalten worden und mir wurde mal wieder so ein wenig die Augen geöffnet.Ich kann dieses Buch all denen empfehlen, die auf Dystopien stehen. Umwelthriller trifft zwar auch zu, aber ich würde dieses Szenario wirklich als Dystopie bezeichnen. Man muss den Umweltfanatikern ja nicht noch Wasser auf die Mühlen kippen.