Ich hasse und liebe dieses Buch, denn es hat mir mein Herz auf jegliche Art und Weise gebrochen. Die Storyline war gut zeitlich strukturiert und hat uns viele Einblicke in Lizzies und Hughies Gedanken und Gefühle gegeben. Das Setting war bereits bekannt und wurde dieses Mal aus anderen Perspektiven beleuchtet.
Gleichzeitig enthält diese Geschichte jedoch viele Trigger und traumatische Ereignisse, die nichts für schwache Nerven sind. Beim Lesen wurde mir deswegen teilweise sogar sehr schlecht. Ich verstehe, warum einige Leser diese Geschichte abbrechen oder die Autorin kritisieren. Gleichzeitig finde ich aber, dass Chloe meinen tiefsten Respekt für diese Geschichte verdient, da sie darin ihre eigenen Erfahrungen verarbeitet, was das Ganze umso realistischer macht.
Dieses Buch hat mich dementsprechend stark mitgenommen und sehr viele Emotionen in mir ausgelöst. Es war schmerzhaft und gleichzeitig befreiend, Lizzies Geschichte kennenzulernen, denn ich konnte ihre Handlungen nach diesem Band sehr gut nachvollziehen. Die Figuren waren teilweise schon aus vorherigen Teilen der Boys of Tommen-Reihe bekannt, dennoch gab es neue Einblicke in das Verhalten anderer Charaktere, wie beispielsweise Mark. Gerade er hat in diesem Teil noch einmal deutlich gezeigt, wie manipulativ er wirklich ist.
Die Nebenfiguren, wie Lizzies Eltern oder auch Claire, zeigen eine eher wenig aufmerksame Art, was mir sehr in der Seele wehgetan hat. Die einzige wirklich aufmerksame Person war Hugh und der konnte Lizzie als Kind nun einmal nicht beschützen. Liz und Hugh zeigen beide eine deutliche charakterliche Entwicklung, die ich auf beiden Seiten sehr verständlich finde. Dennoch hoffe ich, dass in einem weiteren Band über Liz den anderen endlich die Augen geöffnet werden, denn irgendwie scheinen alle zu vergessen, wer am meisten gelitten hat und in der größten Gefahr war.
Die Lovestory hatte etwas sehr Unschuldiges und Reines an sich, wurde aber mit der Zeit von Lizzies Erfahrungen geprägt und dadurch auch sehr intensiv und schmerzlich für beide Parteien. Ich finde es beeindruckend, wie stark die Bindung zwischen den Figuren ist, denn sie war der einzige Anker zwischen Liz und dem Abgrund.
Das Ende hat mich emotional sehr mitgenommen. Liz hat unglaublich erwachsen gehandelt, auch wenn sie selbst dafür einstecken musste. Gleichzeitig waren die letzten Seiten sehr unbefriedigend für mich, da wir nicht einmal im Jahr 2005 angekommen sind. Das stört mich sehr, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Von mir bekommt das Buch volle fünf Herzen und eine klare Weiterempfehlung.