Fantasy mit interessanten Ideen aber wenig Spannung
Kuariland ist ein High Fantasy Roman, bei dem eine klassische Heldenreise in Form der Rettung des verfolgten Kaiserkindes durch gemeinsame Flucht der Protagonisten vor ihren Verfolgern im Fokus steht. Im ersten Band gibt es keine Romanze.Die Geschichte begleitet mehrere Figuren, deren Perspektiven abwechselnd erzählt werden. Den Großteil machen dabei die Protagonisten aus, die die flüchtende Gemeinschaft bilden: Do'reon das Kaiserkind, Eula, eine alte Frau und Vertraute von Do'reon, Merafine, eine Sklavin und Miraciel, ein angehender Ritter. Gelegentlich werden auch andere Perspektiven erzählt.Ich fand die Perspektivwechsel gut. Auch wenn ich den Eindruck hatte, dass ich durch eine andere Perspektive nur selten etwas Neues erfahren habe und Informationen oft wiederholt wurden, boten sie doch Abwechslung.Die Figuren sind eher typisch für eine Heldenreise: die weise Frau, der edelmütige Ritter und der (vermutlich?) Auserwählte. Mir hat bei den Figuren etwas die Tiefe gefehlt; bei den meisten Figuren ist die Motivation für ihr Handeln unklar und durch die Erzählweise bleiben die Gedanken und Gefühle der Figuren wenig greifbar.Auch ist relativ klar, wer "die Guten¿ und "die Bösen¿ sind, obwohl hier durch die Perspektivwechsel auch versucht wurde deutlich zu machen, dass jedes Volk das andere als "die Bösen¿ sieht. Die politischen Verstrickungen und Intrigen, die zur Jagd auf das Kaiserkind führen, werden nur am Rande behandelt.Der Schreibstil wirkt auf mich eher ungeschliffen und ist insgesamt sehr erzählend, sodass häufiger lange Zeitspannen, aber auch direkte Handlung in wenigen Sätzen zusammengefasst werden. Nur relativ wenig Handlung wird so erzählt, dass ich den Eindruck hatte, die Szene zu erleben. Durch den ständigen Wechsel im Erzähltempo wirkten auf mich paradoxerweise insbesondere die actionreichen Kampfszenen, die sehr detailliert erzählt waren, als ob sie sich endlos ziehen und waren meiner Meinung nach letztlich nicht mehr spannend.Auch gestört haben mich die vielen Geheimnisse, da sogar die Erzählperspektiven bzw. Figuren, die die Geheimnisse kennen, so erzählt waren, dass ständig drumherum geredet wurde und maximal Dinge angedeutet wurden, während Lesende im Dunkeln bleiben.Sehr schade fand ich, dass der Text sehr viele Fehler enthält: von scheinbar zufällig verteilten Satzzeichen über fehlende Buchstaben bis zu fehlenden und doppelten Wörtern ist ziemlich alles mit einer Häufigkeit vertreten, die das Überlesen schwer macht.Obwohl ich viele Ideen, insbesondere in Bezug auf die Kuari, interessant fand und die Handlung an sich spannend sein könnte, habe ich mich hauptsächlich auf Grund des Schreibstils mit der Geschichte schwer getan. Ich werde daher die Folgebände nicht mehr lesen.