Schon der Titel verspricht ein wenig "dolce vita" - er enführt nach Italien. Das Buch handet von Anna Greco, einer selbstbewussten Frau, die als junge Mutter gemeinsam mit ihrem gemeinsamen Sohn Daniele und ihrem Mann Carlo in dessen süditalienischen Heimatort Lizzanello zurückkehrt, weg von ihrem geliebten Norditalien. Zwar wird sie von der Familie ihres Mannes, von seinem Bruder Antonio, dessen Frau Agata und deren Tochter Lorenza mit offenen Armen empfangen, aber man tuschelt über die studierte, belesene Frau, die im Dorf immer die "Fremde" bleiben wird. Als sie dann auch noch - als Frau - die Stelle des Dorfbriefträgers einnimmt, hält man sie für völlig durchgedreht.
Francesca Giannone hat, inspiriert durch die Lebensgeschichte ihrer Großmutter, die tatsächlich Italiens erste Briefträgerin war, in warme und klare Worte gehüllt, ein Stück italienische Geschichte geschrieben. Sie beschreibt die gesellschaftlichen Strukturen zu der Zeit des zweiten Weltkrieges, eine von Männern dominierte Welt und die fortschrittlichen Gedanken einer Frau, die nicht müde wird, für ihre Ideen und Wünsche einzustehen. Die Autorin umschreibt neben diesen schweren Themen sowohl den Zusammenhalt der Familie Greco als auch Lieben, die nicht sein dürfen.
Kurzum: Es handelt sich um einen Roman, der berührt, mitreißt und von dem man nicht möchte, dass er jemals endet.