Triggerwarnung: Suizid, Mord, Versicherungsbetrug, Ausgrenzung, Arbeitsausbeutung und natürlich Zombies *lach*
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Mich hat die Geschichte und vor allem ihr Hintergrund sofort gepackt. Schon der Klappentext weckte mein Interesse.
Im Zentrum steht eine spannende Frage: Wie beurteilt man einen Zombie? Lebt er oder ist er tot?
Besonders interessant ist, dass die Zombies hier bei vollem Verstand sind. Sie müssen weder schlafen noch essen und werden genau deshalb arbeitstechnisch ausgebeutet: geringerer Lohn, bestimmte Tätigkeiten dürfen oder sollen sie nicht ausführen.
Zombies werden also als billige Arbeitskräfte akzeptiert, aber nicht als gleichwertige Lebewesen oder eigene Gattung anerkannt.
Die Handlung dreht sich um eine junge Adlige, die von einer Versicherung ermordet wurde, damit sie ihr Erbe nicht antreten kann. Nach 30 Tagen steht sie jedoch wieder auf. Die zentrale Frage lautet nun:
Hat sie als Wiederauferstandene nicht trotzdem Anspruch auf ihre eigene Sterbeversicherung oder auf die ihrer Eltern?
Die Umsetzung ist großartig. Es macht wirklich Spaß, den Ideen und der clever aufgebauten Gerichtsverhandlung zu folgen.
Ich bin gespannt, wann solche Fragen einmal wegen KI verhandelt werden.
Auch die Zeichnungen haben mich sehr beeindruckt. Sie sind relativ hell gehalten vermutlich, um zu zeigen, dass es hier um Leben (hell) und nicht um Tod (dunkel) geht.
Ein kleiner Wermutstropfen: Nur etwa drei Viertel des Bandes widmen sich dieser Geschichte. Danach folgt eine Kurzgeschichte, die sich mit Suizidgedanken und der Planung eines Selbstmords bzw. eines gemeinsamen Suizids beschäftigt ebenfalls kein leichtes Thema.
Trotzdem kann ich dir diesen Einzelband sehr ans Herz legen. Er ist ungewöhnlich, intelligent aufgebaut und regt stark zum Nachdenken an.
Du solltest ihn aber nicht lesen, wenn du psychisch gerade sehr angeschlagen bist.