Marnie ist frisch getrennt. Oh nein, das stimmt so nicht: Sie wurde verlassen. Sie IST verlassen und vor allem völlig verloren. Zeit für einen Neuanfang, aber bitte nicht mit den alten Mustern und dem immer gleichen Elend. Daher streicht sie die eine verderbenbringende Variable aus ihrem Leben: Männer!
Doch gerade als Marnie es schafft, sich wohlig in ihrem neuen Dasein in einer WG mit ihrer neuen besten Freundin Claud einzurichten, funken genau die wieder dazwischen. Zum einen hat Claud einen neuen Partner und der hasst Marnie. Zum anderen entwickelt sich zwischen Marnie und Zufallsbekanntschaft Isaac ein so witziger und freundschaftlicher Austausch per Handy, dass Marnie ins Straucheln gerät.
Marnie als Protagonistin trägt diese ganze Geschichte. Sie hat nie gelernt, sich selbst zu definieren, sondern hat dies immer nur wie ein Chamäleon über ihre jeweiligen Partner getan. Nun plötzlich allein mit sich selbst, fragt sie sich, wer sie im Kern eigentlich ist und wer sie wirklich sein möchte. Ich mochte es sehr, dass Marnies Selbstfindung in so schlingernden Kursen verläuft, denn nichts anderes würde zu ihr passen: Einen Schritt nach vorne, drei Schritte zurück, einen Hüpfer nach vorne und ein Stolperer zwischendurch. Das machte mir einfach viel Spaß beim Lesen. Vor allem ist die Erzählung gespickt mit frechen Sprüchen und Einsichten wie Die unterschätzteste menschliche Stärke war Albernheit. Es ist durchaus eine Geschichte vieler einsamer Menschen, aber durch den eingewobenen trockenen Humor und genau diese wunderbaren Albernheiten gewinnt der Roman an Herzenswärme.
Ich habe ihn gerne gelesen und gebe eine Leseempfehlung ab.