"Die Totenklägerin" hat mir wirklich super gut gefallen, ein sehr solider Krimi!
Im Fokus der Geschichte stehen Matilda und Jackie, die gemeinsam herausfinden möchten, ob Oma Resi ermordet wurde oder nicht.
Die Beziehung der beiden zueinander war so schön und berührend. Matilda ist Rechtsanwältin und Trauerrednerin, als Außenseiterin im Dorf, keiner sozialen Ader und einer eher ruppigen Art trifft auf die clevere, neugierige und sture Jackie. im Laufe der Geschichte entwickelt sich aus anfänglicher Skepsis eine wertvolle Beziehung. Beide machen während der Geschichte eine deutliche Entwicklung durch. Was die beiden verbindet, aber auch durchmachen mussten, hat mich emotional berührt.
Matilda sieht sich selbst als Anwältin der Toten. Ihr geht es nicht darum, bei Trauerreden den Hinterbliebenen berührende Worte mitzuteilen. Sie spricht die Verstorbenen direkt an, erzählt ihre ehrliche Geschichte und scheut sich nicht davor, die Wahrheit auszusprechen, auch wenn diese überraschend oder gar schockierend sein kann.
Im Vordergrund der Story steht keine klassische Ermittlerarbeit wie bei anderen Krimis, sondern die Atmosphäre, der Ort, Dorfgeflüster, Beziehungen und Geheimnisse, die nach und nach ans Tageslicht kommen und aufdecken, was wirklich hinter Oma Resis Tod steckt.
Mir haben besonders die Dialoge und die teils doch etwas derbere Sprache gut gefallen. Besonders, dass Matilda vor Jackie kein Blatt vor den Mund nimmt und Dinge genauso ausspricht, wie sie sind, ohne etwas zu beschönigen.
Die Perspektivwechsel haben mich teilweise verwirrt. Manchmal habe ich eine Weile gebraucht, um zu verstehen, um wen es gerade geht (wenn es zum Beispiel gerade um Matildas Vergangenheit ging).
Wobei ich es ganz süß fand, dass manchmal sogar aus der Sicht des Katers erzählt wurde ;-)
Die Geschichte war alles in allem wirklich schön geschrieben, ich hatte viel Spaß beim Lesen und werde diesem Krimi gern weiterempfehlen!