Der Krieg der Götter hat Middren erreicht, die Feuergöttin Hseth fegt, angestachelt von ihren grausamen Priestern, über das Land und hinterlässt nichts als Verwüstung. In ihrer Verzweiflung müssen die widerspenstige Godkillerin Kyssen, der Bäcker-Ritter Elogast, die begabte junge Inara und ihr Gott der Notlügen eine Allianz mit dem Gottkönig, den sie stürzen wollten, schließen und Hilfe jenseits ihrer Grenzen suchen. Doch werden ihre Gebete erhört werden, wenn die Götter sich von den Menschen abgewandt haben?Mit "Faithbreaker" bringt Hannah Kaner ihre "Fallen Gods" Trilogie zu einem äußerst würdigen Abschluss. Es ist empfehlenswert, die Bände möglichst zeitnah hintereinander zu lesen, sonst wird sich ausgeprägte Verwirrung beim Wiedereintauchen in die Geschichte breitmachen, denn es gibt keinen Rückblick und man muss einiges im Kopf behalten.Nachdem im ersten Teil eine klassische Fantasy-Quest begann und allerlei mystische Götterwesen vorgestellt wurden und im zweiten Teil eine Rebellion angezettelt wurde, geht es jetzt um nichts Geringeres als die Zukunft des Kontinents. Um diese zu retten, müssen ehemalige Feinde einander vertrauen und sich Seite an Seite der Bedrohung entgegenstellen.Dementsprechend spielt der ganze letzte Teil in einem blutigen, aussichtslosen Krieg, der auch immer wieder sehr detailliert beschrieben wurde, in manchmal eher roher Sprache, die auch immer wieder an anderen Stellen vorkommt, aber gut zum teils rauen Ton des Landes und seiner Leute passt. Ebenfalls zahlreich waren die Strategien und Pläne, Fallen und Listen. Wir haben es hier eben mit einer Bilderbuch-High-Fantasy zu tun. Überraschend kam dazu noch eine Art Piratenabenteuer einer verwegenen und nicht ganz unschuldigen Seemannscrew, die in fremden Ländern nach Unterstützung sucht, um ihr Land zu retten. Die chaotische Truppe rund um Elogast, Kyssen und Inara wird also wieder einmal aufgeteilt, um an verschiedenen Fronten zu kämpfen, damit am Ende alle Puzzlestücke am richtigen Ort landen. Statt der tollen Dynamik der Gruppe gibt es aber einige neue Charaktere kennenzulernen, wieder viele faszinierende Götter und Länder zu sehen und einige romantische Nebenhandlungen. Die waren zum Glück nicht so merkwürdig, wie das eine Kapitel am Ende von Band eins und hielten sich auch im Rahmen, nahmen nicht viel Platz ein und fügen sich gut ins Gesamtbild ein. Der Fokus des Buches liegt ganz klar darin, die ganze Handlung auf das große Finale hin aufzubauen und das ist der Autorin auch sehr gut gelungen. Bis zum Schluss ist kaum klar, wie die ungleichen Gefährten ihren aussichtslosen Kampf gewinnen können und so bleibt man bis zum letzten Kapitel gefesselt. Der Showdown am Ende ist der Geschichte würdig, wenn auch unerwartet bittersüß und traurig und schenkt der Reihe einen passenden Abschluss, bei dem man sich unter Umständen vielleicht sogar mal eine Träne verkneifen muss. Fans von komplexer epischer Fantasy mit einzigartigen Charakteren und einem innovativen Magiesystem voller Götter, Gebete und uralter Macht sollten sich die Fallen Gods Trilogie nicht entgehen lassen.Ein Wort der Kritik zum Abschluss muss dann aber doch noch sein, aber nicht an der Geschichte, sondern am Verlag. Man hat nämlich beim Piper Verlag entschieden, das reihenübergreifende Design der Cover nicht für den letzten Teil zu übernehmen. Jetzt sieht also nicht nur der Farbschnitt aus wie ein trauriges Missgeschick, auch das restliche Cover ist billiger gestaltet als die Vorgänger-Bände. Klar, am Ende geht es um den Inhalt nicht um das Aussehen und Farbschnitte braucht es auch nicht unbedingt, aber wenn man sich für etwas entscheidet, dann sollte man es auch konsequent umsetzen und nicht vom Käufer für weniger Aufwand das gleiche Geld verlangen. Dafür kann der Inhalt aber nichts, die Geschichte war natürlich trotzdem toll.