Es gibt Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten das Gefühl hat, an einen Ort zu reisen, den man am liebsten gar nicht mehr verlassen möchte. Genau so ging es mir mit Cinnamon Spice Love von Harper Graham. Dieses Buch ist für mich pures Herbstgefühl mit seinen warmen Zimtschnecken, kühler Abendluft, bunten Blättern, einem See im goldenen Licht und einer Kleinstadt, in der man am liebsten selbst durch die Straßen schlendern würde.
Im Mittelpunkt stehen Madison und Zach, die früher ein Paar waren und deren gemeinsame Geschichte alles andere als abgeschlossen ist. Während Madison in New York als Restaurantkritikerin ihren beruflichen Traum lebt, ist Zach in Maple Falls geblieben und hilft den Bewohnern der Kleinstadt bei Reparaturen aller Art. Ein geheimnisvoller Brief führt Madison schließlich zurück in ihre Heimat. Dort erfährt sie, dass das Hotel ihres Vaters nach dem Tod ihrer Mutter in großen Schwierigkeiten steckt. Und dann steht plötzlich auch noch Zach vor ihr, der Mann, den sie eigentlich längst hinter sich gelassen hatte. Natürlich ist das Wiedersehen alles andere als unkompliziert. Zwischen den beiden sind noch immer Gefühle und eine gewaltige Anziehungskraft vorhanden. Gleichzeitig stehen ihnen jede Menge Missverständnisse und unausgesprochene Dinge im Weg. Genau das hat für mich einen großen Reiz der Geschichte ausgemacht. Man möchte Madison und Zach zwischendurch wirklich gerne an den Schultern packen und ihnen sagen: Redet doch einfach miteinander!
Aber gerade dadurch wirken die beiden für mich auch sehr menschlich. Die Geschichte zeigt schön, wie schnell fehlende Kommunikation zu Problemen führen kann und wie lange man manchmal an Dingen festhält, die längst hätten ausgesprochen werden müssen.
Und dann ist da noch die Spice! Die Szenen zwischen Madison und Zach sind definitiv heiß, bleiben dabei aber geschmackvoll und passen wunderbar zur Geschichte. Für mich genau die richtige Mischung. Prickelnd und leidenschaftlich, ohne vulgär zu werden.
Was ich ganz besonders geliebt habe, waren allerdings die Charaktere. Die Menschen in Maple Falls sind unglaublich warmherzig, sympathisch und authentisch beschrieben. Einige von ihnen hätte ich am liebsten sofort in meinen eigenen Freundeskreis aufgenommen. Aber auch Madison und Zach sind zwei Figuren, mit denen ich gerne befreundet wäre. Sie haben ihre Ecken und Kanten, treffen nicht immer die besten Entscheidungen und machen Fehler, doch genau das macht sie für mich so glaubwürdig.
Mein persönliches Highlight war aber eindeutig die Atmosphäre. Harper Graham schafft es, Maple Falls so lebendig werden zu lassen, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, selbst dort zu sein. Die herbstliche Stimmung ist unglaublich eindringlich eingefangen. Ich konnte die bunten Blätter förmlich vor mir sehen, den kühlen Wind spüren und hatte nicht nur einmal den Duft von frisch gebackenen, warmen Zimtschnecken in der Nase. Es ist diese besondere Mischung aus Herbstluft, Abendsonne, gemütlichen Orten und liebenswerten Menschen, die das Buch für mich so besonders gemacht hat. Cinnamon Spice Love strahlt Wärme und Gemütlichkeit aus und vermittelt dieses wunderbare Gefühl, nach Hause zu kommen. Zusätzlich sorgt ein kleines Rätsel rund um die geheimnisvollen Briefe für Spannung. Denn Madison ist nicht die Einzige, die einen solchen Brief erhalten hat. Immer mehr Bewohner von Maple Falls bekommen Post, und natürlich möchte man unbedingt herausfinden, was dahintersteckt. Dadurch bekommt die Geschichte neben der Romance noch eine kleine geheimnisvolle Komponente, die mir sehr gut gefallen hat.
Für mich ist Cinnamon Spice Love damit die perfekte Lektüre für einen gemütlichen Herbsttag. Am besten mit einer Tasse Tee oder Kaffee und natürlich einer Zimtschnecke daneben. Wer Kleinstadtromantik, Second-Chance-Romance, sympathische Charaktere, ein bisschen Spice und eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre liebt, sollte sich dieses Buch definitiv anschauen, denn das Buch ist eine warmherzige, romantische und unglaublich atmosphärische Geschichte über zweite Chancen, alte Gefühle, Missverständnisse und die Frage, ob manche Menschen vielleicht einfach füreinander bestimmt sind.