Ein großartiger Roman über die schleichenden Auswirkungen des Nationalsozialismus auf eine Dorfgemeinschaft.
In nüchterner und sehr eindringlicher Sprache beschreibt der Autor die Entwicklungen in einem kleinen Eifeldorf mit dem Einzug des Nationalsozialismus. Erzählt wird aus der Perspektive von Berthold Zündorf, genannt Bertho, der zu Beginn der Geschichte, 1933, fünf Jahre alt ist.Bertho wohnt mit seinen Großeltern, seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester auf dem Hof "Am Schoofstall" am Rande des Dorfs in der Nähe des Westwalls. Eine eifeltypische Nebenerwerbslandwirtschaft; das Einkommen der Familie wird durch die Tätigkeit des Vaters in der nahegelegenen Papierfabrik bestritten. Bertho ist zurückhaltend, ein Beobachter, und er versteht nicht, was hier im Dorf passiert. Warum gerät seine Familie zunehmend unter Druck, nur weil der Vater sich weigert, der Partei beizutreten? Warum wird der Maler Heister verprügelt, sein Haus und seine Bilder zerstört und er in ein Lager deportiert? Warum werden die Zigeuner, die alljährlich im Dorf campieren, begehrte Seifen mitbringen und Metallgegenstände reparieren, plötzlich vertrieben? Als seine Eltern gezwungen werden, ihn zur HJ zu geben, versteht er nicht, warum er dort lernt, dass die deutsche Jugend herrisch und grausam sein muss.Bertho wächst heran und erlebt die Veränderungen im Dorf. Durch seine Augen sehen wir die wunderschöne Eifel, spüren seine Liebe zur Landschaft, zu den Jahreszeiten.Gegen Ende des Kriegs wird das gesamte Dorf evakuiert und die Familie in Thüringen einquartiert. Bertho, der mittlerweile 17 Jahre alt ist, wird in den letzten Kriegstagen zum Kriegsdienst eingezogen. Er erhält einen viertägigen Kurs und soll gemeinsam mit anderen Jugendlichen, von denen einige erst 14 Jahre alt sind, das Vaterland verteidigen und zum Endsieg verhelfen.Wird es der Familie gelingen, gesund nach Hause zurückzukehren? Was werden sie vorfinden? Am Schluss hat der Autor noch einen wunderbaren Plottwist für uns parat.Fazit: Ein großartiger Roman, in dem die Liebe des Autors zur Eifel auf jeder Seite spürbar ist. Sehr authentisch beschreibt er darin die schleichenden Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die Dorfgemeinschaft aus Kinderaugen.