Spannende Erzählung über Filme machen in den 1920er Jahren in Deutschland mit einem Bogen ins Jetzt
Als ihre Großmutter plötzlich ins Krankenhaus muss, findet Ariane eine alte Filmrolle unter deren Bett. Ariane, die bei der Großmutter aufgewachsen ist, weiß wenig von ihrer Mutter Vera. Auch bei ihrer viel ältere Halbschwester findet sie wenig Informationen. Das zweite Kapitel erzählt dann von Eva, die 1920 davon räumt eine Drehbuchautorin zu werden. Zusammen mit ihrer Schwester versucht sie in den damals bekannten Berliner Lokalen auf Größen der Filmindustrie zu stoßen. So lernt sie Heinrich Lichtenfeld kennen, einen faszinierenden Mann mit vielen Visionen, der als Regisseur arbeitet. Die beiden arbeiten hervorragend zusammen und als Heinrichs Verlobt plötzlich verunglückt, macht er Eva zu seiner Hauptdarstellerin. Eva möchte eine emanzipierte Frau spielen, nicht immer nur das Dummchen, wie es in Stummfilmen üblich ist. Es dauert einige Zeit, bis der Bogen hin zu Ariane gespannt ist und die Geschichte wird immer spannender. Die Beziehung zu Heinrich, die zunächst glücklich begann wird im Laufe der Zeit immer toxischer, denn Heinrich will immer seinen Willen durchsetzen, zunächst mit Charme, dann auch mit Gewalt. Es geht in der Geschichte um die Stummfilmzeit, dabei tauchen auch reale Figuren auf, um private und gesellschaftliche Emanzipation, um Liebe, um Herrschen und beherrscht werden, aber auch um eine junge Frau, die nach der Geschichte ihrer Familie sucht.Es gibt immer wieder zeitliche und räumliche Sprunge, trotzdem lässt sich das Buch sehr gut lesen und ich war sehr gespannt, wie alles zusammenhing.