Die Ansiedler, 1823 erschienen, eröffnet Coopers berühmten Lederstrumpf-Zyklus und führt in die junge Siedlung Templeton am Otsego-See. Im Zentrum stehen der alte Jäger Natty Bumppo, Richter Marmaduke Temple und die Spannungen zwischen Eigentumsrecht, kolonialer Ordnung und ursprünglicher Natur. Cooper verbindet Abenteuererzählung, Gesellschaftsroman und frühe amerikanische Landschaftsepik; sein Stil ist weit ausschwingend, moralisch reflektiert und von genauer Beobachtung der Grenzräume zwischen Wildnis und Zivilisation geprägt. James Fenimore Cooper (1789-1851) kannte diese Welt aus eigener Herkunft: Er wuchs in Cooperstown auf, einer von seinem Vater gegründeten Siedlung im Staat New York. Erfahrungen mit Landerschließung, sozialem Aufstieg, Rechtsprechung und der Erinnerung an indigene Präsenz flossen in seine Darstellung ein. Auch seine Dienstzeit zur See und sein historisches Interesse schärften seinen Blick für Konflikte zwischen individueller Freiheit und institutioneller Macht. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die die Entstehung einer eigenständig amerikanischen Literatur verstehen wollen. Die Ansiedler ist nicht nur ein Grenzlandroman, sondern eine vielschichtige Studie über Fortschritt, Verlust und moralische Verantwortung gegenüber Landschaft, Gemeinschaft und Geschichte.