Schöne Menschen mit teurer Kleidung und toxischem Beziehungsmuster. Für mich war es mehr frustrierend als unterhaltsam.
Magnolia Parks und BJ Ballentine gehören zu Londons High Society. Die Beiden verbindet eine Beziehung, die von Verletzungen und gegenseitiger Abhängigkeit geprägt ist. Während viele in ihrem Umfeld überzeugt sind, dass die beiden füreinander bestimmt sind, scheinen sie selbst alles dafür zu tun, sich immer wieder gegenseitig wehzutun. Als neue Beziehungen und alte Wunden ins Spiel kommen, wird die ohnehin schon komplizierte Dynamik zwischen ihnen zunehmend auf die Probe gestellt.Dieses Buch stand gefühlt unzählige Male auf meiner Wunschliste. Immer wieder habe ich es hinzugefügt, weil ich ständig begeisterte Stimmen dazu gehört habe und weil der Vergleich mitGossip Girlsofort meine Aufmerksamkeit geweckt hat. Gleichzeitig habe ich es immer wieder von der Liste gestrichen, weil mich die Berichte über die extrem toxische Beziehung abgeschreckt haben. Am Ende hat die Neugier gewonnen. Und leider muss ich sagen: Dieses Buch war einfach nicht meins.Mein größtes Problem waren die Figuren. Obwohl wir durch die Dual-POV sehr nah an Magnolia und BJ sein sollten, blieben beide für mich erstaunlich fern. BJ wirkte auf mich vor allem wie der attraktive Fremdgeher, der ständig schlechte Entscheidungen trifft, während sich ein Großteil von Magnolias Persönlichkeit um Mode, BJ und BJs Reaktionen auf die Männer dreht, die sie datet. Beide haben sicherlich ihre Verletzungen und Probleme, aber als Charaktere konnten sie mich emotional nie wirklich erreichen. Hinzu kommt, dass das Buch über weite Strecken immer wieder dasselbe Muster wiederholt: BJ schläft mit irgendeinem Model oder einer anderen Frau, Magnolia ist verletzt und datet daraufhin einen anderen Mann, während beide gleichzeitig so tun, als wären sie weiterhin beste Freunde. Natürlich eskaliert die Situation im Verlauf der Geschichte noch, insbesondere als Magnolia beginnt, den attraktiven Tom England zu daten, doch die grundlegende Dynamik bleibt lange dieselbe. Zusätzlich gibt es Handlungsstränge rund um BJs Drogenprobleme, bei denen Magnolia teilweise in eine aufopferungsvolle Retterinnenrolle gedrängt wird. Persönlich hätte ich diesen Aspekt nicht gebraucht. Das mag für andere Leser funktionieren, für mich wirkte es eher wie ein weiterer Baustein in einer ohnehin schon sehr destruktiven Dynamik.Grundsätzlich habe ich nichts gegen toxische Beziehungen in Büchern. Im Gegenteil, manchmal können genau solche Geschichten unglaublich fesselnd sein. Dafür muss ich aber etwas fühlen. Hier blieb bei mir vor allem die Frage zurück: Warum tut ihr euch das eigentlich an? Vielleicht bin ich inzwischen auch einfach nicht mehr die richtige Zielgruppe für diese Art von Drama. Der häufig gezogene Vergleich zuGossip Girlhat für mich jedenfalls nur bedingt funktioniert. Ja, beide Geschichten spielen in einer Welt voller Reichtum, Privilegien und schöner Menschen. Aber gerade die Serienversion vonGossip Girlbot für mich deutlich komplexere Freundschaften, interessantere Dynamiken und Charaktere, die trotz all ihrer Fehler greifbarer wirkten.