Leider noch schwächer als Band 1.
Wildest Dream spielt zwei Jahre nach dem Ende von Wandering Hearts. Tara wandert nach dem Tod ihrer Mutter nach Kanada aus, während ihre beste Freundin bereits in Vancouver lebt. Genau wie in Band 1 hatte ich leider auch hier immer wieder das Gefühl, dass einige Entwicklungen etwas zu konstruiert und dadurch nicht ganz glaubwürdig waren.Jaimie ist nach Taras Abreise einfach verschwunden und arbeitet nun ausgerechnet als Barista in Vancouver, obwohl das in Band 1 noch sein persönlicher Albtraum war. Natürlich begegnen sich die beiden wieder und es beginnt ein ziemlich langes Katz-und-Maus-Spiel. Jaimie war für mich dabei leider eine ziemliche Red Flag. Er ist emotional überhaupt nicht verfügbar, verhält sich Tara gegenüber extrem wechselhaft und wirkt für mich teilweise einfach zu unreif. Tara hingegen liebt ihn noch immer und möchte ihn gefühlt bei jeder Gelegenheit küssen. ¿ Eine vernünftige und offene Kommunikation hätte dieses Buch meiner Meinung nach locker um 200 Seiten kürzen können.Einige Lichtblicke gab es für mich trotzdem: Ray sowie Zoey und Mila haben mir gut gefallen, besonders die Freundschaft zwischen den beiden und Tara. Außerdem fand ich es schön, dass Themen wie Trauerverarbeitung, Therapie und die Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten, aufgegriffen wurden. Gerade diese Aspekte haben der Geschichte etwas mehr Tiefe gegeben.Leider konnte mich auch das Ende nicht wirklich überzeugen. Das Ganze rund um das geplante Resort war mir erneut zu unglaubwürdig. Das Resort, dessen Bau in Band 1 noch verhindert werden sollte, soll zunächst tatsächlich gebaut werden, weil es angeblich keine Beweise für einen Pfusch bei der Genehmigung gibt. Und plötzlich taucht zwei Jahre später die damalige anonyme Quelle wieder auf, die ursprünglich behauptet hatte, Beweise zu besitzen, diese aber gar nicht hatte und sich letztlich als Tochter des Investors herausstellte. Nun liefert sie wohl doch noch Informationen, wodurch das Resort letztendlich nicht gebaut wird, das Gebiet zum Reservat erklärt wird und Tara und Jaimie dieses im Epilog sogar gemeinsam leiten.So schön die Idee hinter dem Ende auch ist, für mich hat sich die Auflösung einfach zu sehr nach "Jetzt brauchen wir noch schnell ein Happy End" angefühlt.Was mir weiterhin gut gefallen hat, ist der lockere und flüssige Schreibstil. Das Buch lässt sich wirklich schnell lesen, und grundsätzlich mochte ich die Atmosphäre und die Figuren aus Band 1 weiterhin gerne. Leider konnten mich die Handlung und vor allem Jaimies Verhalten diesmal aber nicht überzeugen.Insgesamt hat mir Band 2 leider deutlich weniger gefallen als Band 1. Zu viele konstruiert wirkende Wendungen, zu viel Hin und Her und zu wenig vernünftige Kommunikation. Schade, denn die Grundidee und das Setting hatten für mich eigentlich viel Potenzial.