Ok
Ich muss sagen, wie schon in der Überschrift erwähnt: Die Idee des Buches ist super. Ken Follett möchte aufzeigen, wie schnell ein Krieg entstehen kann, ohne dass wirklich jemand allein die Schuld daran trägt. Dabei orientiert er sich am Ersten Weltkrieg, der zu den größten Tragödien der Menschheitsgeschichte zählt und letztlich aus einer Verkettung vieler unglücklicher Entscheidungen verschiedener Beteiligter entstand. Alle handelten unter einem Druck, dem sie nachgeben mussten, was schließlich dazu führte, dass die Welt an den Rand des Abgrunds getrieben wurde.Diese Thematik greift er hier in einem modernen Maßstab auf. Natürlich sind die USA involviert. Natürlich spielt China eine zentrale Rolle. Und natürlich fungiert Nordkorea als Brandbeschleuniger. Ken Follett setzt das sehr gut um. Er stellt keine der Supermächte als eindeutigen Bösewicht dar, sondern zeigt, dass beide Staatsoberhäupter Entscheidungen treffen müssen, um die Sicherheit ihrer Nation zu gewährleisten, das Gesicht ihres Landes zu wahren und die Interessen ihrer eigenen Nation zu vertreten. Außerdem zeigt er auf, dass es oft einzelne Personen oder Nebenschauplätze sind, die letztendlich Unruhe stiften und sogar großes Unglück auslösen können. In diesem Fall ist es Nordkorea, dessen Machthaber - sowohl in diesem Roman als auch in der realen Welt - fernab jeder Realität agiert und ohne zu zögern einen ultimativen Krieg beginnen würde.Bis zur letzten Entscheidung gerät die Welt an den Rand eines Atomkriegs, der beinahe nicht mehr aufzuhalten ist. Jetzt komme ich zu dem für mich etwas negativeren Teil: Bei einem Buch mit so einer Brisanz hätte ich mir doch etwas mehr Spannung erwartet. Wir erleben hier keinen klassischen Action-Thriller mit schnellen Szenenwechseln. Die Spannung wird vielmehr dadurch aufgebaut, dass man durch die Entscheidungen der Figuren zunehmend das Gefühl bekommt, dass der Krieg unausweichlich ist. Es ist also eher eine unterschwellige Spannung. Man muss dem Buch aufmerksam folgen und ständig hoffen, dass niemand die falsche Entscheidung trifft.Ich muss allerdings sagen, dass mich die Umsetzung dabei nicht komplett abholen konnte. Trotzdem würde ich das Buch jedem empfehlen, der Kriegs- oder Politthriller mag, denn alles in allem war es durchaus lesenswert. Es war mein erstes Buch von Ken Follett und auch wenn es bei mir nicht eingeschlagen ist wie eine Bombe, gehe ich dennoch davon aus, dass ich mir irgendwann noch weitere Werke von ihm anschauen werde.Von mir gibt es gut gemeinte 3,5 Sterne.