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Von der Chaussee zur Schiene

Militärstrategie und Eisenbahnen in Preußen von 1833 bis zum Feldzug von 1866. Paperback.
Buch (kartoniert)
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts lieferte die industrielle Revolution den damaligenArmeen eine Fülle neuer Technologien, die schließlich das bisherige Kriegsbild vollkommen veränderten. Von erheblicher strategischer Bedeutung waren vor allem die neu … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Von der Chaussee zur Schiene
Autor/en: Klaus-Jürgen Bremm

ISBN: 3486575902
EAN: 9783486575903
Militärstrategie und Eisenbahnen in Preußen von 1833 bis zum Feldzug von 1866.
Paperback.
De Gruyter Oldenbourg

17. August 2005 - kartoniert - 308 Seiten

Beschreibung

'Um die Mitte des 19. Jahrhunderts lieferte die industrielle Revolution den damaligen Armeen eine Fülle neuer Technologien, die schließlich das bisherige Kriegsbild vollkommen veränderten. Von erheblicher strategischer Bedeutung waren vor allem die neuen Eisenbahnen, mit deren Hilfe die Generalstäbe erstmals größere Truppentransporte präzise planen konnten.'

Portrait

Klaus-Jürgen Bremm, geboren 1958, ist Dozent für Militärgeschichte an der Universität Osnabrück.

Pressestimmen

"[...] lesenswerte[n] Studie [...] [Die] Arbeit stellt damit nicht nur einen Gewinn für die Militärgeschichte dar, sondern bereichert zugleich auch die eher an sozioökonomischen, politischen und kulturellen Aspekten interessierte Forschung zur Eisenbahngeschichte des 19. Jahrhunderts."
Nils Freytag in: Archiv für Sozialgeschichte 57, 2017, pp. 441ff.

"Die Arbeit stellt ihr Thema gründlich und in sozusagen abschließender Weise dar. Sie wendet sich nicht allein an Leser aus dem akademischen Umfeld, sondern kann auch von interessierten 'Laien' mit Gewinn gelesen werden; sie ist übersichtlich gegliedert und flüssig geschrieben."
Alfred Gottwaldt in: H-Soz-u-Kult

"Bremms verdienstvolle Untersuchung ist in jeder Hinsicht zu begrüßen und wird sicher auf Jahrzehnte hinaus das Standardwerk zum Thema Eisenbahn und Militär in Preußen bis zu den Einigungskriegen bleiben."
Dierk Walter in: Sehepunkte

"Bremm hat ein wichtiges Werk zur Entschlüsselung der Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges vorgelegt."
Ralf Roth in: HZ 286 (2008)

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 02.07.2016

Als die Piefkes aufmarschierten

Historischer Sieg des Zündnadelgewehrs: Klaus-Jürgen Bremm erzählt vom preußisch-österreichischen Krieg im Jahr 1866 und zeigt auch, welch langfristig wirksame Entscheidungen damals fielen.

Was ein historisches Ereignis auf Dauer bedeutet, zeigt sich nach hundert Jahren, so wie jetzt bei der Schlacht um Verdun und beim irischen Osteraufstand. Liegt das Geschehen noch fünfzig Jahre länger zurück, kommt zum mentalitätsgeschichtlichen Abstand der technische. Der Krieg des Jahres 1866, in dem sich der Streit zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft in Mitteleuropa entschied, wurde auf österreichischer Seite noch mit Vorderladern ausgetragen, die Armeen marschierten über weite Strecken zu Fuß, die Feldtelegrafen wurden auf Pferderücken mitgeführt, die Eisenbahnen endeten am Rand der Gebirge.

Was funktionierte, war die Post, so dass das vorbildlich alphabetisierte preußische Heer Hunderttausende Briefe und Karten nach Hause schreiben konnte, die heute als wissenschaftliche Quelle dienen. Seine für den Deutschen Bund und den Kaiser in Wien kämpfenden Gegner waren auch hier, wie bei der Waffentechnik, im Nachteil.

Viel wurde damals, trotz aller Transportschwierigkeiten, auf die Schiene gesetzt: der deutsche Nationalstaat, der preußisch-französische Antagonismus, das bismarcksche Bündnissystem, der Abstieg des Habsburgerreichs. Der Kaiser, der damals als oberster Kriegsherr die österreichischen Truppen befehligte, starb erst im Jahr von Verdun, und der Staat, dessen Armee ihn besiegte, erlosch erst vor siebzig Jahren im besetzten Berlin. Insofern überrascht es nicht wenig, dass nur eine einzige größere Publikation zum Jubiläum des "Deutschen Krieges", wie er jetzt offiziell heißt, erschienen ist. Ihr Autor Klaus-Jürgen Bremm hat in Osnabrück Geschichte gelehrt und gehört keiner der herrschenden akademischen Schulen an. Bremm ist zuallererst Militärhistoriker, und das merkt man auch in diesem Buch.

"Rücksichtslos trieben die Regimentskommandeure ihre Kolonnen aus Italienern, Ruthenen und Polen gegen die Höhenlinie an, von der herab ihnen ein nie erlebtes Schnellfeuer entgegenschlug. Nach mehreren Versuchen schafften es die Angreifer um den Preis von mehreren hundert Toten, genau jene Stellungen wieder zu erobern, die Gablenz noch am Vormittag ohne Not geräumt hatte. Noch siebzig Jahre später erinnerten sich ältere Bewohner der Umgebung voller Entsetzen an die Berge von Toten und Verwundeten, auf die man am Abend der Schlacht gestoßen war." So beschreibt Bremm die Krise des Gefechts von Trautenau, des einzigen, das die Österreicher im Sommer 1866 für sich entscheiden konnten, sechs Tage vor der Entscheidungsschlacht bei Königgrätz am 3. Juli.

Die zupackende Schilderung, die auch populäre Quellen einbezieht (oder wenigstens die neuere Forschung dazu, wie die entsprechende Fußnote zeigt), scheint einem Krieg angemessen, in dem die historische Entwicklung noch an den Stiefeln und Gewehren der Soldaten und den Nerven ihrer Offiziere hing. Zur gleichen Zeit wie auf dem Hauptschauplatz in Böhmen wurde auch am Main und in Norditalien gekämpft, und auch dort ist Bremm auf der Höhe des Geschehens. Seine Darstellung verzichtet auf Quisquilien, ohne interessante Details zu überspringen - etwa die Tatsache, dass ein hannoverscher Hauptmann kurz vor der Schlacht bei Langensalza von der Stadtwache verhaftet wurde, als er versuchte, die Telegrafenleitungen zu kappen - und seine Analysen sind, wie die alten Preußen gesagt hätten, kurz und vif.

Aber die wirklich zukunftsträchtigen Entscheidungen fielen 1866 wohl doch nicht auf den Schlachtfeldern, sondern am Verhandlungstisch, und hier ist Bremms Buch ein echter Sprung nach vorn. Seit Gordon Craigs klassischer Studie zur "Battle of Königgrätz" und ihren Folgen ist nämlich auch schon wieder ein halbes Jahrhundert vergangen, und inzwischen hat sich der Forschungsstand merklich gewandelt.

Das liegt vor allem an Lothar Galls Bismarck-Biographie von 1980, die Bremm intensiv ausgewertet hat. Der Krieg gegen Wien und die deutschen Südstaaten, zeigt sich jetzt, ist keineswegs die kühl kalkulierte Schachpartie, als die sie manche borussischen Historiker gefeiert haben. Vielmehr nutzt Bismarck das diplomatische Ungeschick Österreichs, die Naivität der Franzosen und den Isolationismus der Briten, um den innerpreußischen Streit um die Heeresreform nach außen abzuleiten. Als sein Monarch Wilhelm I. sich weigerte, den "Bruderkrieg" zu beginnen, spielten die Österreicher Bismarck in die Hände, indem sie ihre Truppen mobilisierten.

Aber selbst nach dem raschen militärischen Sieg ging es ihm nicht um Deutschland, sondern um die Festigung der preußischen Hegemonie. Deshalb hütete er sich, Österreich am Verhandlungstisch in Nikolsburg durch Abtretungen zu demütigen, wie es Wilhelm, der bei Königgrätz Blut geleckt hatte, forderte. Stattdessen nahm sich Preußen Hannover, Hessen und Schleswig-Holstein und dehnte den Norddeutschen Bund bis zur Mainlinie aus. Die Ordnung von 1866 war der erste Schritt zur Konstellation von 1914: Deutschland und Österreich gegen den Rest Europas.

Noch in einem weiteren Punkt geht Bremm über Craig hinaus - und zugleich hinter ihn zurück: Die Entscheidung bei Königgrätz stand für ihn nie auf der Kippe. Auch wenn die Armee des preußischen Kronprinzen der Ersten und der Elbarmee nicht rechtzeitig zu Hilfe geeilt wäre, hätten die Österreicher die Schlacht nicht gewonnen. Es war das Zündnadelgewehr, der neue Hinterlader, mit dem sich fünf Schuss pro Minute abfeuern ließen (denen die k. u.k. Soldaten mit ihren Vorderladern nur drei Schuss entgegenhalten konnten), das den Unterschied machte - selbst da, wo die Preußen, wie im Zentrum ihres Angriffs vor dem Flüsschen Bistritz, in Bedrängnis gerieten. "Kein Österreicher hätte die Bistritz erreicht."

Oder lag es, wie man bei Bremm ebenfalls lesen kann, doch an der strategischen Trägheit des gegnerischen Heerführers Benedek, dass die Preußen siegten? Populäre Geschichtsschreibung schuldet ihren Lesern die Simulation eines Überblicks, der sich bei genauem Quellenstudium im Nebel des Gewesenen verflüchtigt. Der Preis für ihre Süffigkeit ist Besserwisserei. Hans Delbrück war vor gut hundert Jahren in seinem Urteil über die Verlierer von Königgrätz noch vorsichtiger: Es sei doch bemerkenswert, dass "die militärische Erziehung und Disziplin mit so brüchigem Material doch noch vielfach so glänzende Leistungen hat hinausstellen können".

Auch in seiner Einschätzung von Bismarcks Machtpolitik ist Bremm unzweideutig: die "tektonische Spannung" zwischen alten Ordnungen und neuen ökonomischen Verhältnissen habe die kleindeutsche Lösung erzwungen. Nun ja: Die letzten Wochen haben gezeigt, dass historische Entscheidungen nicht immer nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen werden. Oft spielen kollektive Gefühle und Vorurteile dabei eine wichtige Rolle. Dass vor hundertfünfzig Jahren Gefühl und Verstand in Deutschland in dieselbe Richtung wiesen, ist eine schöne Vorstellung. Mehr nicht.

ANDREAS KILB

Klaus-Jürgen Bremm: "1866". Bismarcks Krieg

gegen die Habsburger.

Konrad Theiss Verlag, Darmstadt 2016. 312 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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