Das Cover gefällt mir gut, diese spitz zulaufenden Distelstacheln wirken durchaus verletzend und Narben hinterlassend, also sehr passend, gut platziert auf schwarzem Hintergrund.
Der Debütroman Narbenmädchen von der Autorin Lilly Bogenberger, ist die sehr berührende, emotional nachwirkende Geschichte der 15-jährigen Lara, erzählt in Ich-Form. Erzählt auch in einer leicht lesbaren, locker-flockigen, oftmals Jugendsprache, an welche ich mich erst ein wenig gewöhnen musste, jedoch passend für die eigentliche Zielgruppe ;-)
Lara muss wegen ihrer selbstzerstörerischen und selbstverletzenden Handlungen für 4 Wochen gezwungenermaßen auf Kur, das bedeutet, es ist zwar keine Psychiatrie, aber auch kein wirkliches Krankenhaus, dafür genannt Elisabethenknast, also irgendetwas aus allem.
Die Protagonisten sind sehr interessant, intensive Persönlichkeiten mit jeder seiner eigenen Geschichte, die sie krank gemacht hat an Leib und Seele. Erst nach und nach erlebt man mit bzw versteht, weshalb gerade diese Jugendlichen Lara, Neo und Finn) zusammengefunden haben. Das Buch nimmt einen mit auf eine Reise zu Freundschaft, Verständnis, Zuhören und Verstehen. Sich zur rechten Zeit zurücknehmen oder anbieten. Im Laufe der Handlung machen die Hauptprotagonisten step-by-step nachvollziehbare Entwicklungsveränderungen durch, für welche sich am Ende der Aufenthalt gelohnt hat.
Das Buch handelt von einem für Jugendliche wichtigem, schmerzhaften Thema, stark und schonungslos, wütend, verletzlich aber auch trotzdem mit einer Prise Selbstironie geschrieben, ich nehme an, die Autorin hat entweder sehr gut recherchiert oder viele Gespräche geführt, es wirkt alles sehr authentisch.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung, vor allem für junge Menschen, jedoch auch für Leserinnen und Leser, welche diese besser verstehen lernen wollen. Obwohl ich schon älter bin, hat mich dieses Buch sehr angesprochen und berührt.