Leider konnte mich das Buch gar nicht erreichen...
Eigene MeinungEine deutliche Triggerwarnung brachte meine Freundin und Buddy-Read-Partnerin dazu, zu diesem Buch zu greifen. Ob es uns am Ende aber wirklich begeistern konnte oder nicht, erzähle ich euch hier ...Die erste Seite. Die erste Warnung. Wie genial war das bitte? Wir waren bereit, in die Geschichte von Leyla und dem Schachmeister einzutauchen!<br data-start="593" data-end="596">Schnell mussten wir jedoch feststellen, dass nicht immer so heiß gegessen wird, wie gekocht. Abwechselnd lesen wir aus den Perspektiven der Protagonistin Leyla und des ominösen Schachmeisters Kia. Die Kapitel sind sehr kurz - und die Sätze, wenn man sie überhaupt so nennen will, ebenso.Die Grundstory ist schnell erzählt: Leyla bekommt plötzlich Nachrichten von einem Unbekannten - Kia. Bald wird klar, dass er sie stalkt. Leyla muss sich also früher oder später fragen, wer Freund und wer Feind ist. Während sie versucht herauszufinden, wer hinter "Kia" steckt, nimmt sie wieder Kontakt zu ihrer alten Freundesgruppe auf und erzählt einer ihrer besten Freundinnen von den Nachrichten. Natürlich werden auch noch kleinere Details eingestreut, die der Geschichte Spannung geben sollen - nur leider kommt davon nichts wirklich an. Um zu erklären, warum, muss ich etwas ausholen:Leyla ist von Anfang an kaum greifbar als Charakter. Den Großteil der Geschichte verbringen wir damit, ihr dabei zuzusehen, wie sie von A nach B läuft, bei verschiedenen Freunden unterkommt - und dabei schleichen sich immer wieder logische Fehler ein. Zeitsprünge sind an der Tagesordnung, und irgendwann wusste ich gar nicht mehr, wo Leyla sich gerade befindet oder wie viel Zeit vergangen ist. Gefühlt: nie länger als ein Tag oder ein paar Stunden.<br data-start="1927" data-end="1930">Es tauchen außerdem unheimlich viele Namen auf, von denen die meisten nur kurz erwähnt werden und dann wieder verschwinden. Nebencharaktere könnten interessant sein, bleiben hier aber - genau wie die Hauptfiguren - eher gesichtslose Statisten.Das Tempo, das Autorin Kismet hier anschlägt, ist enorm. Genau dadurch geht aber auch jegliche Sympathie oder Empathie für die Figuren verloren. Die Kapitel aus Kias Sicht sind im Grunde nur Wiederholungen dessen, was Leyla gerade erlebt oder (vermeintlich) fühlt - ergänzt durch seine eigenen Gedanken. Leider bringt uns das kaum neue Erkenntnisse, sondern liest sich oft wie ein Echo der vorherigen Szenen. Auch die angeteaserten Plot Twists, halten sich eher in Grenzen. Ja, auch wir haben einen Augenblick gebraucht, bis doch dann der Fall sehr klar war. Immer wieder haben wir bemerkt wie die Autorin versucht hat, noch etwas Verwirrung zu stiften, aber das empfanden wir eher als müheselig, anstelle von spannend. Hier kam eher das gekünstelte zum Fall, was es nicht gebraucht hätte.Wir konnten nachvollziehen, was die Autorin uns erzählen wollte, aber die Umsetzung hat einfach nicht funktioniert. Viele Fragen bleiben unbeantwortet - und das Ende fühlt sich eher so an, als würde es noch mehr neue Fragen aufwerfen. Uns ging es jedenfalls so.<br data-start="2848" data-end="2851">Manche Handlungsstränge wurden einfach fallen gelassen. Und so wichtig ich Triggerwarnungen auch finde (das tue ich wirklich!), fand ich sie hier teilweise überzogen. Zugegeben: lieber zu viel als zu wenig. Aber wenn die Triggerwarnung das Spannendste am ganzen Buch ist, läuft etwas schief. Mein abschließendes FazitLeyla - Dein Leben gehört mir lebt meiner Meinung nach hauptsächlich von seiner Triggerwarnung. Leider war das Buch für mich ein kompletter Flop.<br data-start="3311" data-end="3314">Die Charaktere blieben blass, die Geschichte war voller Logiklücken, und der Schreibstil fühlte sich mehr nach Hetzjagd als nach Spannung an. Ich konnte dem Buch leider gar nichts abgewinnen und finde, dass hier viel Potenzial für eine wirklich fesselnde Stalker-Geschichte verschenkt wurde.Nur mit gegenseitiger Motivation haben meine Buddy-Read-Partnerin und ich uns durchgebissen.Leider kann ich das Buch gar nicht empfehlen, weder für den Einstieg in das Genre, geschweige denn für schon belesenere Dark Romance Sympathisanten.