Die Sprache in Der Untergang Ijarias entfaltet eine bemerkenswerte literarische Qualität, die sich durch stilistische Souveränität, dichte Atmosphäre und eine nuancierte Erzählhaltung auszeichnet. Ohne je ins Überladene zu kippen, gelingt es dem Text, eine Welt zu erschaffen, die sofort greifbar ist nicht durch Erklärungen, sondern durch eindrucksvolle Details, präzise Beobachtung und das Gespür für das Wesentliche im Moment.
Beschreibungen sind nicht Selbstzweck, sondern tragen die Handlung, prägen die Stimmung und vertiefen die emotionale Wirkung. Der Stil arbeitet mit Andeutungen statt Ausformulierungen, mit Spannung durch Auslassung ein show, dont tell, das in seiner Disziplin besticht. Dabei wirkt die Sprache jederzeit kontrolliert, rhythmisch durchdacht und mit feinem Gespür für Dramaturgie komponiert.
Die Figuren gewinnen durch Sprache an Tiefe, ohne dass innerer Monolog oder erklärende Passagen überhandnehmen. Stattdessen entsteht Nähe durch Verhalten, Dialog, Stille. Gerade in emotional aufgeladenen Szenen zeigt sich die Stärke des Stils: Er bleibt zurückhaltend, fast lakonisch und wirkt dadurch umso kraftvoller.
Gerade weil der Autor sich Zeit nimmt, Tiefe statt Tempo sucht und sich nicht an gängige Klischees oder Weltentwürfe anlehnt, eröffnet er großes Potenzial für Leser innen, die literarisch anspruchsvolle Fantasy suchen.