Kurz & Knapp:
Außergewöhnlich, emotional und mit einem einzigartigen Worldbuilding. Ein Fantasy-Highlight, das lange nachhallt.
Da ich Marie Grasshoff verfolge, habe ich durch ihren Content schon einige Einblicke in die Geschichte bekommen und dadurch natürlich auch gewisse Erwartungen gehabt. Aber ganz ehrlich? Die wurden um ein Vielfaches übertroffen.
Schon der Prolog hat mich komplett sprachlos zurückgelassen. Ich saß einfach nur da und dachte Was zur Hölle geht hier denn ab? Genau dieses Gefühl hat mich dann auch durch das restliche Buche getragen. Allein die Grundidee hat mich vollkommen begeistert. Ich habe wirklich noch nichts Vergleichbares gelesen. Dieses System, in dem Menschen zu Waffen gemacht werden, war faszinierend und erschreckend zusammen, aber unglaublich spannend umgesetzt.
Der Einstieg ist etwas ruhiger, weil man erstmal die Welt kennenlernt. Das Worldbuilding ist umfangreich und durchdacht. Das braucht ein wenig Zeit, um alle Zusammenhänge zu erfassen. Ich empfand das aber überhaupt nicht als anstrengend. Ganz im Gegenteil, es hat unglaublich viel Spaß gemacht, aber man merkt schnell, dass das keine seichte Fantasygeschichte ist. Neben dem komplexen Worldbuilding spielen auch politische Intrigen und gesellschaftliche Strukturen eine große Rolle. Man muss sich darauf einlassen und der Geschichte die Zeit geben, die sie braucht und dann wird man mit einer Welt belohnt, die einen so schnell nicht mehr loslässt.
Besonders Seren hat mich tief berührt. Je mehr man über ihre Vergangenheit und das System erfährt, desto besser versteht man ihren Charakter. Sie kennt kaum etwas außerhalb ihrer eigenen Realität und trägt von klein auf eine Last auf ihren Schultern, die kaum vorstellbar ist. Umso emotionaler war es mitzuerleben, wie sie nach und nach entdeckt, dass es noch so viel mehr im Leben gibt. Das hat mich stellenweise wirklich sehr mitgenommen.
Auch die Romance hat mich überzeugt. Hier bekommt man tatsächlich mal ein echtes Enemies to Lovers, wo allerdings auch die Feindschaft nicht künstlich in die Länge gezogen wird, denn Vale beginnt nach und nach zu erkennen, dass auch Seren selbst nur ein Opfer des Systems ist.
Dazu kommt eine Handlung voller Geheimnisse, bei der man ständig miträtselt, was wirklich hinter allem steckt. Und dann dieses Ende Irgendwie hatte ich die Richtung geahnt, trotzdem hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Für mich war es ein absolutes Highlight. Eine außergewöhnliche Idee, ein beeindruckendes Worldbuilding, emotionale Charakterentwicklungen und eine Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen hat und immer noch nachhallt. Ich kann den zweiten Band kaum erwarten.