Da ich von Autorin Navessa Allen aufgrund ihres gehypten Romans Lights Out namentlich kannte, wollte ich diesem Buch mit Motorrad Gang und Kleinstadt Setting mit spannendem Plot um Drogenmachenschaften eine Chance geben. Krista, eine Kriegsveteranin mit Job als Barfrau und der Enforcer Jakob vom ortsansässigen Motoradclub den Kings of Kearny können die gegenseitige Anziehung nicht leugnen. Als im Altersheim von Kristas Großmutter merkwürdige Machenschaften ans Licht kommen, werden sie und Jakob als Team auf die Probe gestellt...
Der Schreibstil ist sehr schlicht und liest sich zwar schnell, ihm fehlt jedoch die Tiefe und Atmosphäre, die ich mir für eine Motorcycle-Club-Romance wünschen würde. Ähnlich verhält es sich mit dem Humor. Er ist an einigen Stellen durchaus gelungen, wirkt insgesamt aber zu bemüht und scheint jedoch gleichzeitig ein eindeutiges Erkennungsmerkmal für die Autorin zu sein.
Mein größter Kritikpunkt betrifft Jakob. Ich begrüße es sehr, dass männliche Protagonisten heutzutage reflektierter und respektvoller gezeichnet werden, das ist zeitgemäß und wichtig. In seiner Rolle als gefährlichster Mann der Stadt und gefürchteter Enforcer wirkt diese durchgehend korrekte und weiche Art jedoch in meinen Augen unauthentisch. Seine Gefährlichkeit wird zwar ständig behauptet, aber es sind davon wenig Beispiele zu lesen, ebenso wie kaum Motorrad Szenen vorhanden sind- sie fahren eigentlich stets Autos.
Für einen modernen Liebesroman ist er eine tolle Figur, für einen düsteren MC-Roman bleibt er mir zu zahm.
Ähnlich erging es mir mit Krista. Die Intention, sie als starke, taffe und unabhängige Frau darzustellen, gefällt mir grundsätzlich sehr gut. Leider wird in nahezu jedem Kapitel erneut betont, wie schwer ihr Bein verletzt ist und dass sie humpelt. Was zu Beginn noch relevant für das Verständnis ihrer Figur ist, wird mit der Zeit repetitiv und ermüdend. Dadurch wurde ihr Charakter für mich auf dieses eine Merkmal reduziert und wirkte in einigen Abschnitten nicht mehr stark, sondern eher anstrengend.
Fazit: Es handelt sich nicht um eine extrem düstere und gefährliche Motorradclub-Romanze- auch der Spice hält sich im Rahmen- und ist mit weniger Erwartung daran, witzig für Zwischendurch.