In einer Zeit, in der Aktivität zum allgegenwärtigen Imperativ geworden ist, geraten Formen der Handlungsorientierung wie Askese und Beschränkung allzu leicht aus dem Blick. Prominente Beiträger/-innen widmen sich diesen Kulturtechniken und eröffnen der Kulturanalyse damit neue Perspektiven.
Es gibt kulturelle, ästhetische und politische Handlungsformen, die einer Ökonomie der Zurückhaltung folgen. Handlung erscheint hier nicht nur als freiwilliges, affirmatives Tun, sondern auch als Zusammenspiel von Sich-Zurückhalten (Zaudern, Zögern, Diskretion) und Zurückgehalten-Werden (Nicht-Können, Nicht-Dürfen). Die interdisziplinären Beiträge des Bandes untersuchen ein diskursives Feld entlang der Begriffe Abstinenz, Diskretion, Reserviertheit und Beschränkung mit einem doppelten Fokus: der Askese als innerer, selbst auferlegter Zurückhaltung und der Restriktion als äußerem Zurückgehalten-Werden. Mit Beiträgen u. a. von Giorgio Agamben, Bazon Brock, SybilleKrämer, Thomas Macho und Joseph Vogl.