Inhalt:
Betty ist völlig verzweifelt. Eben noch schwebte sie im siebten Ehe-Himmel und von jetzt auf gleich wird sie von ihrem Ehemann geghostet. Ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, ohne Möglichkeit sich für was auch immer zu rechtfertigen. Dabei hatte ihre Beziehung angefangen wie ein Märchen: Sie die unentdeckte Künstlerin, die sich mit Nebenjobs Überwasser hielt, er der reiche Erbe, der sie in seine Glitzerwelt holte.
Dass diese Welt nur schöner Schein war, hatte sie inzwischen lernen müssen, doch Ewans Verhalten, ließ sie nun an allem zweifeln.
Meine Meinung:
Ich liebe ja die Bücher von Phillippa Penn, auch wenn ich mir wünschen würde, dass sie mal wieder etwas in Richtung Invalidum schreiben würde. Doch auch ihre Romance Romane holen mich immer wieder ab.
Überrascht hat sie mich diesmal mit ihrem Setting, das zur Abwechslung nicht in den heimischen Gefilden angesiedelt ist, sondern in Nantucket und den Kreisen des Geldadels Amerikas.
Schnell hatte ich wieder die Bilder von »Revenge« im Kopf, einer Serie, die ich nur allzu gerne gesehen habe. In Zeiten, wo Amerika gerade seinen Status als (vermeintlicher) Leuchtturm der Freiheit verliert, eine mutige Entscheidung.
Natürlich wäre es kein Phillippa Penn Roman, wenn sie nicht ein eindrucksvolles Bild von Menschen und Landschaft zeichnen würde. Und so habe ich mich schnell in Gedanken selbst in dieser wundervollen Szenerie wiedergefunden, aber dabei eingezwängt in die Uniform der Reichen und mit einem Champagnerglas in der Hand. Das Gefühl, nicht dorthin zu gehören gabs inklusive.
So konnte ich Betty, die aus einfachen Verhältnissen stammt, sehr gut verstehen.
Für Ewan gilt das nur bedingt. Es mag sein, dass das Haifischbecken, in der er kein kleiner Fisch ist, entsprechend abstumpft, trotzdem macht die Tatsache, dass er Betty nicht einmal die Gelegenheit gibt, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen, die er ihr macht, ihn zunächst nicht gerade sympathisch.
Da helfen zunächst auch nicht die Kapitel, die aus seiner Sicht geschrieben sind, um mehr Verständnis zu erwecken. Das war für mich ein zäher Prozess. Doch das Buch hat ja nicht umsonst den Untertitel »Painting Trust« und natürlich brachte mich Phillippa letztlich dazu, auch ihn zu mögen.
Die Handlung ist spannend und der Autorin gelingt es, die Auflösung, wer hinter der Intrige steckt sehr lange zu verschleiern. Zwar hatte ich schon etwas vor dem unvermeidlichen Showdown eine Ahnung, aber es gab wenig Anhaltspunkte dies zu verifizieren.
Ein starkes Buch, dass mich beim Lesen nicht mehr losgelassen hat. Ein Buch, über eine geschickte Intrige, die zeigt, dass Geld nicht alles ist und vor allem nicht glücklich macht. Vertrauen ist hier das Wort der Stunde und da dürfte Ewan noch einiges an Wiedergutmachung zu leisten haben. Ein Plädoyer dafür auf das eigene Herz zu hören, und auf Liebe und Vertrauen zu setzen.
Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht.