
Dieses kritische Wörterbuch rekonstruiert eine poetische Vision des menschlichen Leibes, die sich quer stellt zu den vorherrschenden naturwissenschaftlich ausgerichteten Körperdiskursen der Gegenwart. In dieser Vorstellung wird der Leib nicht als ein funktionstüchtiges Ganzes verstanden, sondern als ein offenes Netz innerer Korrespondenzen, das von vielfältigen mehrdirektionalen Austauschbewegungen belebt wird. Dazu versammelt Rainer Guldin neben Roland Barthes, Hubert Fichte, Michail Bachtin, Thomas Laqueur und Hans Bellmer auch die dem Surrealismus nahestehenden Stimmen Georges Batailles und Michel Leiris'. Zahlreiche Abbildungen, die von Hieronymus Bosch und Matthias Grünewald bis René Magritte und Man Ray reichen, ergänzen das »Körperalphabet« und zeigen, dass der Leib auch spielerisch erfasst werden kann.
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