Nachdem Divine Rivals für mich ein absolutes Highlight war, waren meine Erwartungen an Ruthless Vows natürlich riesig. Umso trauriger macht es mich, dass mich dieser zweite Band leider ziemlich enttäuscht hat.Schon beim ersten Versuch habe ich das Buch abgebrochen, weil ich einfach nicht reingekommen bin. Nach längerer Zeit habe ich ihm noch eine Chance gegeben und es schließlich beendet, aber mein Eindruck hat sich leider kaum geändert.Mein größtes Problem war das Tempo. Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte einfach nicht vorankommt. Viele Szenen wirkten langatmig und ich habe ständig darauf gewartet, dass endlich etwas passiert. Statt die Seiten wie im ersten Band nur so zu verschlingen, musste ich mich diesmal regelrecht zum Weiterlesen motivieren.Besonders schade fand ich, dass für mich genau die Dinge gefehlt haben, die Divine Rivals so besonders gemacht haben. Die Magie der Briefe, die Emotionen, die Romantik und diese ganz besondere Verbindung zwischen Roman und Iris waren für mich deutlich weniger präsent. Gerade weil ich die beiden im ersten Band so geliebt habe, war ich enttäuscht, wie wenig gemeinsame Momente sie hier bekommen haben.Auch der Fokus auf die Götter und den Krieg konnte mich leider nicht so fesseln, wie ich gehofft hatte. Eigentlich wollte ich mehr über die Welt erfahren, aber vieles fühlte sich für mich überraschend oberflächlich an oder konnte die Spannung nicht aufrechterhalten. Einige Enthüllungen, auf die ich im ersten Band neugierig war, haben mich am Ende sogar eher ernüchtert zurückgelassen.Was mich trotzdem bis zum Schluss gehalten hat, war Rebecca Ross' wunderschöner Schreibstil. Ihre Sprache ist nach wie vor poetisch und atmosphärisch, und es gab immer wieder einzelne Szenen oder Sätze, die mich daran erinnert haben, warum ich den ersten Band so geliebt habe.Insgesamt konnte Ruthless Vows für mich jedoch nicht an die Stärke seines Vorgängers anknüpfen. Wo mich Divine Rivals emotional komplett mitgerissen hat, blieb dieses Finale leider überraschend blass und konnte mich nur selten wirklich packen.