Mein Gefühl beim LesenDieses Buch hat mich direkt emotional abgeholt. Der Einstieg fühlt sich an wie ein tiefer Atemzug nach einem Sturm, aber einer, der noch nicht vorbei ist. Iris steht hier völlig nackt vor ihrer eigenen Trauer, ihrer Angst und dieser verzweifelten Hoffnung, dass Roman irgendwie noch lebt. Und genau das macht die ersten Kapitel so unglaublich intensiv: Man spürt jede Unsicherheit, jede kleine Hoffnung, die wieder wegrutscht, jede Sekunde, in der sie versucht, nicht an das Schlimmste zu glauben. Für mich war das ein Auftakt, der sofort im Herzen landet.Die Atmosphäre: melancholisch, magisch und voller SehnsuchtDie Stimmung des Buches ist etwas ganz Besonderes. Nicht düster-dunkel, sondern eher sanft traurig, voller Spannung, aber mit dieser poetischen Weichheit, die Rebecca Ross einfach kann. Die Welt wirkt größer und gefährlicher als zuvor, gleichzeitig aber intime, weil so viel durch Briefe und Gefühle passiert. Die Schreibmaschinen als magische Verbindung, das bleibt ein so schönes und zugleich schmerzhaftes Detail.Iris: verletzlich, stark und absolut entschlossenIris trägt diesen Band komplett. Ihre Verzweiflung ist greifbar, aber sie bricht nicht zusammen. Sie kämpft, nicht mit Waffen, sondern mit Worten, Erinnerungen und einem Mut, der ganz leise beginnt und dann wächst. Man merkt, wie schwer es für sie ist, Roman anzuschreiben, obwohl er sie nicht erkennt. Aber sie tut es. Immer wieder. Und genau das macht sie so nahbar.Roman, verloren, kontrolliert, aber nicht aufgegebenRoman hat mich in diesem Teil sehr berührt. Dass seine Erinnerungen ausgelöscht wurden, trifft nicht nur Iris, es trifft auch ihn, ohne dass er es versteht. Man merkt in seinen Briefen diese leisen Risse, diese Momente, in denen etwas in ihm flackert, obwohl er keinen Namen dazu hat. Es ist tragisch, aber auch wunderschön, wie der Roman, den Iris kennt, langsam wieder durchscheint.Die Beziehung : Liebe, die sich neu finden mussDas ist für mich der stärkste Teil des Buches. Es ist keine einfache Reunion. Es ist eine Wiedergeburt. Die beiden müssen sich neu finden, neu erkennen, neu verlieben. Und das alles durch Briefe, während Krieg und Gefahr um sie herum immer näher rücken. Die Romantik ist hier nicht laut oder spicy. sie ist tief, sanft und unglaublich emotional.Plot und SpannungDer Krieg wirkt hier noch bedrückender, und Dacre als Bedrohung ist präsenter als zuvor.Aber gleichzeitig geht es nicht nur um die große Schlacht, sondern um Identität, Erinnerung und Menschlichkeit. Die Spannung entsteht weniger aus Action als aus der Frage: Wann erkennt Roman Iris wieder? Und was passiert, wenn er es tut? Und das funktioniert richtig gut.Emotionale WirkungIch hatte durchgehend dieses leichte Ziehen im Herzen. Die Briefe. Die Erinnerungsschatten.Iris' Hoffen und Bangemachen. Romans Kampf im Inneren. Das alles baut eine Dynamik auf, die gleichzeitig traurig und wunderschön ist. Es war für mich eines dieser Bücher, die man nicht schnell weglesen will, weil jedes kleine Detail etwas bedeutet.Fazit:Ruthless Vows ist ein ruhiger, emotionaler, wunderschön geschriebener Abschluss. Es ist weniger laut als Band eins, aber viel tiefgründiger. Eine Geschichte über Liebe, die selbst ohne Erinnerungen weiterexistiert. Über Hoffnung, die stärker ist als Krieg. Und über zwei Menschen, die sich nicht verlieren, selbst wenn die Welt genau das versucht. Wenn du Romantasy mit Poesie, Gefühl und leisen, intensiven Momenten liebst, dann trifft dieses Finale mitten ins Herz.