¿ Der Plot mag schwächeln, die Gefühle tun es nicht.
Rating: 3,5 ¿Spice-Rating: ¿¿(2/5)Format: Audiobook (english)Geschrieben für: New Adult (+18)Erzählperspektive: Dualer POV/ Erste Person singular¿Prolog: Ein Vorgeschmack¿Finde heraus, was passiert, wenn das Schicksal dein Wingman/Winggirl ist...¿ Hauptteil: Das Erlebnis¿ Ich habe mich vom Plot entführen lassen...Das hat mich gefesselt:¿Parallel erzählte Zeitstränge: Ich bin ein großer Fan dieses Stilmittels. Als Leser werden dir nur nach und nach Antworten geliefert, warum die Dinge in der Gegenwart so verzwickt sind, und gleichzeitig fiebert man deren Klärung entgegen.¿ Die Gefühle: Durch den dualen POV taucht man richtig tief in die Sehnsucht ein.¿ Plot Twist am Ende: Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet!Das hat mich stolpern lassen:¿In the (Un)Likely Event: Entgegen dem Namen wird dir hier ein ganzes Sammelsurium an höchst unwahrscheinlichen Situationen geliefert. Das hat den Plot überdramatisch und unglaubwürdig gemacht.*1(Erklärung unten, enthält Spoiler)¿ Traumaverarbeitung: Hier wird mit traumatischen Ereignissen nur so um sich geworfen, deren Aufarbeitung oder Überwindung fällt jedoch regelmäßig den Zeitsprüngen zum Opfer.*2(Erklärung unten, enthält Spoiler)¿ Schwarzmalerei: Wenn ich beim Lesen immer wieder darauf hingewiesen werde, wie gefährlich doch alles ist oder ein Charakter mit schlimmen Konsequenzen droht, dann erwarte ich eigentlich auch, nun ja, Gefahr und Konsequenzen.*3(Erklärung unten, enthält Spoiler)Das ist mir aufgefallen:Es gibt einige Überschneidungen mit Variation von Rebecca Yarros. Es mag daran liegen, dass ich diese Romanze direkt vor In the Likely Event gelesen habe, aber für mich waren doch viele Parallelen zwischen den beiden Geschichten zu finden, wie die "Second Chance"-angehauchte Handlung, die zehnjährige Zeitspanne zwischen erstem Kennenlernen und aktuellem Plot, beide MMCs beim Militär mit Heldencharakterzügen. In beiden Büchern haben wir außerdem Elternteile, die ihre eigenen Bedürfnisse über die ihrer Kinder stellen.Für ein besseres Leseerlebnis würde ich diese beiden Romanzen vielleicht nicht direkt hintereinander lesen, sodass beide Geschichten jeweils für sich stehen können.¿ Schluss: Das Urteil¿ Dieses Buch beweist für mich erneut, dass Plot und Handlungslogik zwar wünschenswert sind, aber Gefühle beim Lesen für mich doch eindeutig im Vordergrund stehen.Der Plot mag schwächeln, die Gefühle tun es nicht.¿ Credits: Achtung ab hier Spoiler¿*1Der Flugzeugabsturz in Kombination mit dem Kriegsgebietsetting war für mich eine Überhäufung an Drama. Das sind zwei sehr große Themen, bei denen ich mir eine getrennte Behandlung in zwei verschiedenen Büchern gewünscht hätte, damit man beiden auch gerecht werden kann. Die Ansammlung an krassen Ereignissen und Umständen in diesem Buch, hat der Story leider eine unrealistische und übertriebene Note verpasst.*2Beiden Charakteren wurde eine traumatische Familiensituation verpasst, die jedoch vor allem in Nates Fall nie wirklich erklärt, geschweigen denn aufgearbeitet wurde. Einen Flugzeugabsturz zu überleben, stelle ich mir als einschlagendes Lebensereignis vor, das einen langen Rattenschwanz an psychischen Hürden mit sich bringt: Nahtoderfahrung, PTSD, Angstüberwindung, Traumabewältigung. Der Umgang mit diesen Themen wurde nur angedeutet oder ist den Zeitsprüngen in der Geschichte zum Opfer gefallen.Stattdessen hat die Autorin noch einen oben drauf gesetzt und die Charaktere in ein Kriegsgebiet gesteckt, in dem noch mehr traumatische Erfahrungen gemacht wurden, die ebenfalls kaum behandelt werden. Der überraschende Twist am Ende konnte meinen Ummut zwar etwas besänftigen, dennoch war das meiner Meinung nach eine große verpasste Chance.*3Ihre Verlobung mit "Dickface" hätte viel mehr dramatischen Entwicklungsspielraum gehabt. Ihre vermisste Schwester wurde unheilverkündend aufgebaut und ist dann komplett in den Hintergrund getreten. Mr. 12 inches warnte zwar oft vor Todesgefahr im Kriegsgebiet, doch die Ernsthaftigkeit der Lage wurde für mich nicht ausreichend rübergebracht.