Ein sehr erfrischende Dystopie, frei von Klischees und Kitsch! So gefällt mir das!Bei "Inferios" hatte man alles: eine Liebesgeschichte, die nicht vor Kitsch triefte, Strategie und Action, Rückstand und Futurismus!Der Welt, die Renate Wunder dort aufgebaut hat, wird in vier unterschiedlichen Klassen geteilt: die reichen Pretios, die bäuerlichen Nondescripts, die ausgestoßenen Inferios und die Streiter, die für das System arbeiten. Der Kontakt mit den Inferios ist strengstens verboten, vor allem für Streiter. Dramatische Romeo-und-Julia-Liebesgeschichte vorprogrammiert. Denkt man.Zuerst wurde ich sehr an Romeo und Julia erinnert, doch das änderte sich schnell, als die omnipräsente Liebesgeschichte zwischen den zwei Protas aber etwas in den Hintergrund gerückt wurde und das Ziel immer klarer wurde: Paleya muss verlassen werden, denn es wurde ein neuer Planet zum Umsiedeln gefunden. Aber werden auch wirklich alle umgesiedelt?Beide Protas sind nicht perfekt. Mina ist eine starke Frau, die ihren eigenen Kopf hat und sich nichts sagen lässt - sehr cool! Neo ist im Umgang mit seiner Geliebten alles andere als sanft, aber auf eine irgendwie liebvolle Weise. Das fand ich vor allem sehr erfrischend zu lesen! Endlich mal ein Mann, der nicht auf einmal unauthentisch jeglichen Wunsch seines Mädchens von den Lippen liest.Die Entwicklung beider Protas ist schön zu lesen, vor allem durch die verschiedenen Perspektivenwechsel.Der Geschichte, die sich Renate dort ausgedacht hat, mangelt es an nichts: eine gut durchdachte Welt, ein Hoffnungsblick, viele Hürden für die Protas, Plotttwists, Schockmomente.Der Schreibstil ist herrlich flüssig, dass man nur so durch die Seiten fliegt, Renates Wortwahl wundervoll abwechslungsreich, aber nicht auf Krampf!Das Einzige, was mir etwas gefehlt hat, war die Spannung in den Actionszenen zum Finale. Aber das ist auch wirklich nur ein kleines Manko."Inferios" ist eine absolute Empfehlung für jeden Dystopie-Fan mit Herz!