Eine Journalistin erlebt blanken Horror auf der Farm einer Tradwife, gar nicht schlecht
Tradwife: Sie hat nur auf dich gewartet von Sarah Langen, aus dem amerikanischen Englisch von Heide Frank und Alexandra Jordan ist ein Horrorroman, den ich mit gemischten Gefühlen gelesen habe.Jenny ist Journalistin. Das autobiographische Feature, das sie über sich und ihr Leben geschrieben hatte, hat eine Hasskampagne auf Social Media nach sich gezogen. Sie schreibt darin über ihre Abtreibung und den Wunsch, kinderlos zu bleiben. Um die Wogen zu glätten, schickt ihr Chef sie auf die Black Swan-Farm, auf der Tradwife Mia Wright mit Mann und sieben Kindern lebt.Jenny spürt vom ersten Moment an, dass auf der Farm irgendetwas nicht stimmt. Über der Farm liegt ein gelber Dunst, die Produkte, die Mia über ihre Botschafterinnen vertreibt, riechen penetrant nach Kirschen. Auch Sylvain Village, der nächste Ort in der Nähe der Farm, steht ganz im Bann von Mia Wright.Am ersten Tag ist Jenny noch von der Disziplin und dem reibungslosen Ablauf auf der Farm fasziniert, alles läuft wie am Schnürchen, einzig die älteste Tochter Victoria wirkt traurig und scheint etwas auf dem Herzen zu haben. Nachts wird Jenny von Albträumen geplagt, in denen Corrie Wright, die Gründerin von Sylvain Village zu ihr spricht. Doch am schlimmsten ist, dass Jenny, je länger sie auf der Farm ist, Mia immer ähnlicher sieht.Das Cover hat mich sehr angezogen, ich mag pink und fand den von Blut besudelten Schneebesen interessant. Dennoch habe ich nicht realisiert, dass es ein Horrorroman ist, ein Genre, das außerhalb meiner Komfortzone liegt. Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, da ich wissen wollte, ob Jenny es schafft, den Geheimnissen der Black Swan-Farm auf die Spur zu kommen und dem Bösen zu entkommen. Ich hätte gern mehr über ihren Ex-Mann und ihre Schwester erfahren, die angesichts der wichtigen Rolle, die sie in Jennys Leben gespielt haben, nur sehr knapp erwähnt werden. Ich mochte den Schreibstil und die durchgehend unterschwellige Spannung, das Ende hat mich jedoch nicht überzeugt. Ich vergebe knappe vier Sterne und eine bedingte Leseempfehlung für Leser*innen von Horrorromanen.