Die Millers sind eine wohlhabende Shortbread-Dynastie aus Schottland mit drei abtrünnigen Kindern. Alice wurde Ärztin, Clemmie wurde Nanny und Ross, der einzige Sohn, hat vor Jahren sein eigenes Unternehmen gegründet, um dem Familien-Korsett zu entrinnen.In London sitzt Lucy in der vom Bankrott bedrohten Werbeagentur, die sie über alles liebt, und hat die Aufgabe Ross Unternehmen als neuen Kunden zu gewinnen. Kurzentschlossen macht sie sich auf nach Schottland um ihr Konzept persönlich an den Mann zu bringen. Was folgt, ist eine herzerwärmende Weihnachtsgeschichte, in der die Beziehungs- und Familienprobleme von vier Frauen im Mittelpunkt stehen.Die Kapitel werden in der dritten Person immer im Wechsel über Lucy, Alice, Clemmie und Mutter Glenda erzählt. Alle haben ein großes Problem. Sie sind in dem was sie tun eigentlich erfolgreich, sind aber alle bis ins Mark von Selbstzweifeln geplagt. Alle stellen sich selbst, ihre Beziehungsfähigkeit, ihre Qualitäten als Mutter, ihre bloße Anwesenheit oder die Gefühle der von ihnen geliebten Menschen in Frage.Ich mochte den Aufbau des Buches. Die Betrachtung der einzelnen Personen und die trotzdem im Hintergrund bestehende Verbindung aller, durch die Familienstruktur, gibt dem Plot Tiefe. Das Setting könnte für ein Buch, dass man wie ich am besten tatsächlich rund um Weihnachten liest, besser nicht sein. Das wunderschöne verschneite Schottland, dekoriert mit Tannenbäumen, Kaminfeuern, Stechpalmenzweigen und Backwerk in einem traumhaften Landhaus . . . Da möchte man glatt Teil des Ganzen werden.Fergus, Nico, Douglas und Nana Jean wirkten als Nebencharaktere auf mich sogar liebenswerter und zauberhafter als die Hauptprotagonistinnen.Wofür ich allerdings einen Punkt abziehen muss ist die Tatsache, dass das ständige Selbstmitleid, Zweifeln, grundlose in Frage stellen von Beziehungen und Gefühlen - und zwar von allen (außer einer) - irgendwann leider am Rande der Nervigkeit kratzt. Zumal einem die Beweggründe auch noch mehrfach erläutert werden, obwohl sie sich einem oftmals schon beim ersten Mal nicht erschließen.Die große erfrischende Ausnahme ist die Oma - Nana Jean - die auf grandiose Art einfach immer sagt, was ihr gerade auf der Zunge liegt. Hallelujah! Kommunikation, der Schlüssel zum Erfolg! :-)Insgesamt ein wundervolles Buch für diese Zeit im Jahr, dass mir die Weihnachtstage noch ein bisschen weihnachtlicher gemacht hat.Deshalb bekommt es 4 strahlende (Weihnachts-)Sterne.