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Mangelernährung bei alten und pflegebedürftigen Menschen

Ursachen und Prävention aus pflegerischer Perspektive - Review/Literaturanalyse. 'Pflege'. 'Pflegebibliothek'.…
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Die Sorge um eine bedarfsdeckende Ernährung sowie die Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme sind grundlegende Aufgaben in der Pflege. Pflegefachkräfte nehmen bei der Prävention von Mangelernährung eine besondere Rolle ein, denn sie verfügen potenzie … weiterlesen
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Mangelernährung bei alten und pflegebedürftigen Menschen als Buch (kartoniert)

Produktdetails

Titel: Mangelernährung bei alten und pflegebedürftigen Menschen
Autor/en: Schreier,Maria M., Sabine Bartholomeyczik

ISBN: 3899931106
EAN: 9783899931105
Ursachen und Prävention aus pflegerischer Perspektive - Review/Literaturanalyse.
'Pflege'. 'Pflegebibliothek'. 'Wittener Schriften'.
Schlütersche

2004 - kartoniert - 124 Seiten

Beschreibung

Mangelernährung ist gerade bei alten und pflegebedürftigen Menschen ein großes Problem. Pflegekräften eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten, Risiken rechtzeitig zu erkennen und adäquate Maßnahmen zu ergreifen oder zu veranlassen. Die Autorinnen gehen zunächst auf die physiologischen Zusammenhänge und Risikofaktoren für eine Mangelernährung im Alter ein. Im Folgenden beschreiben sie die erforderliche Pflegekompetenz sowie die Möglichkeiten und Grenzen bei der Prävention von Mangelernährung als pflegerische Leistung. Alle grundlegenden Erkenntnisse stellen sie in umfassender und übersichtlicher Weise dar. Damit ermöglichen sie einen raschen Einstieg in die Thematik für Wissenschaftler, Lehrende und Praktiker der Pflege.

Inhaltsverzeichnis

1;Inhalt;6
2;1 Einführung;8
2.1;1.1 Vorgehen und Methode;9
2.2;1.2 Bewertungsmatrix;12
2.2.1;1.2.1 Grundlegendes zu "Evidenz" bzw. wissensbasierten Belegen (evidence based);12
2.2.2;1.2.2 Grundlagen der Bewertungsmatrix;13
2.2.3;1.2.3 Übersicht von Studien in der Bewertungsmatrix;15
2.2.4;1.2.4 Bewertungsmatrix;23
2.3;1.3 Klassifizierung von Mangelernährung;23
2.3.1;1.3.1 Differenzierung von Begriffen für Ernährungsdefizite;23
2.3.2;1.3.2 Besondere Formen der Mangelernährung;24
2.3.3;1.3.3 Begünstigende Faktoren für eine Mangelernährung;26
2.3.4;1.3.4 Flüssigkeitsdefizit;28
2.4;1.4 Alter und Mangelernährung;29
2.5;1.5 Prävalenz von Mangelernährung;30
2.6;1.6 Pflegerische Relevanz der Thematik;31
3;2 Risikoaspekte als pflegerelevantes Präventionsfeld;33
3.1;2.1 Altersphysiologische Aspekte;33
3.2;2.2 Ernährungswissenschaftliche Aspekte;37
3.2.1;2.2.1 Veränderte Körperzusammensetzung im Alter;37
3.2.2;2.2.2 Veränderte Stoffwechselfunktionen im Alter;39
3.2.3;2.2.3 Nährstoffdichte der Nahrungsmittel;41
3.3;2.3 Ernährungsmedizinische und pathologische Aspekte;42
3.3.1;2.3.1 Mangelernährung als Folge von Krankheiten und Beeinträchtigungen;42
3.3.2;2.3.2 Mangelernährung als Risiko für die Entstehung von Krankheiten;45
3.4;2.4 Soziologische und ökonomische Aspekte;46
3.5;2.5 Pflegerische Aspekte;47
4;3 Empirische Untersuchungen zu Maßnahmen in der Pflege;51
4.1;3.1 Einflussfaktoren bei der Unterstützung der Nahrungsaufnahme;51
4.1.1;3.1.1 Unterstützungsqualität und Stellenwert der Nahrungseingabe;51
4.1.2;3.1.2 Erfassung von Unterstützungsbedarf, Förderung von Fähigkeiten und Esskultur im Altenheim;53
4.1.3;3.1.3 Auswirkungen der pflegerischen Beziehungsgestaltung und Primary Nursing;55
4.1.4;3.1.4 Nahrungsverweigerung und Reaktionen der Pflegefachkräfte;58
4.1.5;3.1.5 Auswirkungen von verschiedenen Servierformen und Arten der Verzehrmengenerfassung;59
4.1.6;3.1.7 Zusammenfassung;62
4.2;3.2 Konzepte zur Verbesserung der Ernährung;63
4.2.1;3.2.1 Wohnküchenkonzepte;63
4.2.2;3.2.2 Wahrnehmungsförderung: Fingerfood, Basale Stimulation, Aktivitas-Pflege;64
4.2.3;3.2.3 Unterstützung der Nahrungsaufnahme bei Dysphagie;65
4.2.4;3.2.4 Berücksichtigung von Mund- und Zahnstatus;66
4.2.5;3.2.5 Zusammenfassung;67
4.3;3.3 Flüssigkeitsmangel;67
4.3.1;3.3.1 Zusammenfassung;68
4.4;3.4 Einfluss von Rolle und Qualifikation der Pflegefachkräfte auf Interventionsmöglichkeiten;68
4.4.1;3.4.1 Rolle und Kompetenz der Pflegefachkräfte bei der Ernährung;68
4.4.2;3.4.2 Unzureichende Qualifikation und Mangel an qualifizierten Pflegefachkräften;69
4.4.3;3.4.3 Zusammenfassung;72
4.5;3.5 Qualifizierungsmaßnahmen;73
4.5.1;3.5.1 Auswirkungen von Schulungsprogrammen für den stationären und ambulanten Pflegebereich;73
4.5.2;3.5.2 Einstellung gegenüber Interventionsempfehlungen anderer Disziplinen;75
4.5.3;3.5.3 Zusammenfassung;75
5;4 Assessment von Mangelernährung und Risiken;76
5.1;4.1 Grundlegende Anforderungen an Assessment-Instrumente;76
5.2;4.2 In der Pflege eingesetzte Assessment-Instrumente;79
5.3;4.3 Ergänzende spezifische Assessment-Instrumente;82
6;5 Forschungsrelevanz und Forschungsbedarf;85
6.1;5.1 Themenbereich Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme;85
6.2;5.2 Themenbereich Assessment;90
7;6 Schlussfolgerungen;92
8;Anhang: Mikronährstoffe;100
9;Glossar;103
10;Literatur;109
11;Register;124

Leseprobe

2 Risikoaspekte als pflegerelevantes Präventionsfeld (S. 32-33)

Mit dem Thema der Mangelernährung im Alter befassen sich unterschiedliche Disziplinen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die auch disziplinübergreifend von Bedeutung sein können. Eine strikte Abgrenzung der disziplinspezifischen Bereiche ist nicht immer möglich und auch nicht immer sinnvoll.

Alle Bereiche beinhalten körperliche, psychische und soziale Komponenten des alternden Menschen in seinem jeweiligen Umfeld und in seiner jeweiligen Verfassung.

Es erscheint daher sinnvoll, eine Einteilung nach Bereichen vorzunehmen, die für sich alleine, aber auch teilweise in gegenseitiger Abhängigkeit, Aspekte mit einem Risikopotenzial für eine Mangelernährung aufzeigen.

Im Folgenden werden die Erkenntnisse zu den Risiken für Mangelernährung, die für die Pflege von Bedeutung sein können, nach ihren Ursprungsdisziplinen aufgeteilt vorgestellt. Dabei wird zwischen altersphysiologischen, ernährungswissenschaftlichen, ernährungsmedizinischen soziologischen/ökonomischen und pflegerischen Aspekten unterschieden.

2.1 Altersphysiologische Aspekte

Der biologische Alterungsprozess betrifft sämtliche Organfunktionen und ist häufig nur schwer von krankheitsbedingten Veränderungen zu unterscheiden. Die offensichtlich multifaktoriell verursachten physiologischen Alterungsprozesse werden zudem von externen Faktoren, wie beispielsweise der Lebensweise, beeinflusst und verlaufen sowohl zwischen den einzelnen Organen als auch zwischen verschiedenen Individuen in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Anhand der differierenden Alterungsweisen wird daher von einer intra- und einer interindividuellen Variabilität des funktionalen Alters im Vergleich zum Lebensalter gesprochen (Nikolaus 2000, Volkert 1997).

Zur Erklärung der physiologisch bedingten Alterungsprozesse werden unterschiedliche Theorien verwendet. Nach der Gen-Regulations
theorie sind eine annähernd gleiche Lebensspanne innerhalb einer Spezies und ein gradueller Abfall der Anpassungsfähigkeit an die Umwelt nach dem Erreichen der Geschlechtsreife durch genetische Determinanten erklärt, die sich innerhalb der Familie weitervererben. Inwieweit dabei Alters-Gene oder toxische Schädigungen von Langlebigkeits-Genen verantwortlich sind, ist unklar. Andere theoretische Erklärungsansätze machen die zelluläre Schädigung mit längerfristigem funktionellem Rückgang aufgrund der bei Stoffwechselprozessen entstehenden freien Radikalen für das Altern verantwortlich. Dabei wurde festgestellt, dass Gegenregulationsmechanismen durch Enzyme und Vitamine zwar stattfinden, im Alter allerdings rückläufig sind. Auch Ansätze auf der systemischen Ebene, wie die Alterung aufgrund des Verlusts der Komplexität und Anpassungsfä higkeit von Organssystemen oder Organregulationssystemen, werden diskutiert (Nikolaus 2000, Volkert 1997). Den theoretischen Ansätzen gemein ist die Auffassung, dass es sich dabei um einen unterschiedlich relevanten Zusammenhang zwischen internen und externen Faktoren handeln muss.

Die nachweislich verringerte Anpassungsfähigkeit und der Verlust an Komplexität des Organismus mit zunehmendem Alter hat zur Folge, dass der Organismus wesentlich anfälliger für Störungen seines Gleichgewichts (Homöostase) ist und dabei die Fähigkeit zum Ausgleich und zur Kompensation von physiologischem Stress abnimmt (Nikolaus 2000, Volkert 1997). Hinsichtlich einer veränderten Nahrungsaufnahme sind neben vermindertem Appetit (Alters-Anorexie) auch die altersbedingte mangelnde Kompensation von Gewichtsschwankungen und eine rückläufige sensorische Sättigung (zunehmende Sättigung für einen speziellen Geschmackseindruck) von Bedeutung. Eine mangelhafte Kompensation von Gewichtsschwankungen im Alter hat zur Folge, dass ein Gewichtsverlust nach Hungerzeiten oder zeitweise erhöhtem Energieverbrauch keine Gegenregulation durch erhöhten Appetit oder Hunger erf
ährt und somit nicht, wie im jüngeren Alter, automatisch wieder ausgeglichen werden kann (Ellrott 2002). Eine altersbedingte rückläufige sensorische Sättigung kann eine einseitige Ernährung über lange Zeit begünstigen, da bei permanent gleichen Speisen kein Verlangen auf Abwechslung entsteht (Ellrott 2002).
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