Interessantes Setting mit Mediensatire. Leider zerfasert der Plot und ich kaufe vieles nicht ab.
Nach Klimakatastrophe und Kriegen herrscht auf der Erde Kälte und Schnee. Nur in Schnowglobe können die Menschen mit angenehmen Temperaturen leben. Dafür dienen sie allen anderen n Reality Serien zu Unterhaltung derjenigen, die außerhalb mit ihrer Körperkraft in den Kraftwerken Energie erzeugen. Eigentlich ein echt cooles Setting, dachte ich mir, und auch, wenn mir Sprecherin Janin Stenzel die Ich-Erzählerin Chobahm viel zu naiv interpretierte, blieb ich dann doch dabei. Manches kam mir schon recht schnell behäbig rüber, irgendwann hatte ich für mich leider den Punkt verpasst, dass ein Abbruch Sinn gemacht hätte.Was hat mich gestört: Chobam bekommt das Angebot aus der Arbeit im Kraftwerk auszubrechen, wenn sie die heimlich die Rolle eine verstorbenen Schauspielerin einnimmt. Der Umzug geht mit einigen geheimnisvollen und auch schockierenden Aspekten einher. Mit ihrer Ankunft wird eigentlich ein ganz spannendes Beziehungsgeflecht aufgebaut. Ich mochte auch die angelegte südostasiatische Höflichkeit zwischen den Figuren. Leider bleiben die Figuren sehr eindimensional. Das ist besonders bei der Schilderung der - in Bezug auf den Plot - wichtigsten männlichen Figur mehr als ärgerlich. Ich muss da kein Love Interest haben, aber so wie das abläuft, sind die Handlungen der Figuren echt an den Harren herbeigezogen. Sorry, so kaufe ich die Twists am Ende wirklich nicht ab. Zusätzlich spricht auch ganz viel praktisch dagegen, dass die Figuren so handeln würden.Die Beziehungen werden zudem nicht genutzt, um Dystopie oder Mediensatire wirklich aufzubauen. Generell werden die beiden Genres nicht gut bedient. Klar, wir bekommen das alles von Chobam geschildert, die gerade am Anfang noch sehr in ihrem Idealbild dieser Welt gefangen ist. Aber wie kann sie denn später vieles weiterhin so unkritisch sehen. Manchmal kam es mir vor, als würde ich einem Werbeclip des Medienunternehmens lauschen. Wenn ich beim Lesen die Zustände alles ganz furchtbar finde, aber dann Chobam schwadroniert, wie viel Sinn das doch ergeben für die Menschen ergeben würde, fehlt die Distanzierung oder ironische Brechung.Dann gibt es immer wieder so Erklärbar-Passagen, nachdem kapitellang quasi keinen Erkenntnis bei der Protagonistin passiert, serviert sie dann Hintergründe auf dem Silbertablett. Manches führt nicht wirklich irgendwo hin (ein verstecktes Geschenk z.B., das Chobam nicht finden kann, weil sie als Ersatz nicht weiß, wo sich das Versteck befindet), oder ergibt nicht wirklich Sinn (die Konstruktion der Spiegel). Dann passen Zeitabläufe und anderes oft nicht zusammen (wie kann jemand ohne Kommunikation passgenau auftauchen?, warum warten sie fürs Finale nicht ab, dass mehr Zeit bleibt?).Letztendlich zerfasert die Geschichte zwischen guten Ansätzen und Sachen, die so gar nicht zusammenpassen, so dass ich 2,5 Sternen vergebe. Da die Langeweile am Ende doch nochmal deutlich anzog, runde ich auf 2 Sterne ab.