Christine Hoflehner lebt ein graues, entbehrungsreiches Leben als schlecht bezahlte Postbeamtin in einem österreichischen Dorf nach dem Ersten Weltkrieg. Ihr Alltag ist geprägt von Müdigkeit, materieller Not und dem Gefühl, vom Leben vergessen worden zu sein. Unerwartet erhält sie eine Einladung ihrer reichen Tante aus Amerika, einige Wochen in einem luxuriösen Schweizer Hotel zu verbringen. Dort erlebt Christine zum ersten Mal ein Leben voller Eleganz, Aufmerksamkeit und gesellschaftlicher Anerkennung. Die junge Frau verändert sich sichtbar: Kleidung, Haltung und Selbstbewusstsein wachsen mit der neuen Umgebung. Doch als ihre wahre Herkunft entdeckt wird und das Geld der Tante versiegt, bricht die künstliche Welt abrupt zusammen. Christine kehrt in ihre alte Armut zurück - nun jedoch mit dem schmerzhaften Wissen, dass ein anderes Leben möglich gewesen wäre. Am Ende begegnet sie einem Mann, der ebenfalls an der gesellschaftlichen Ordnung verzweifelt. Gemeinsam denken sie darüber nach, ob ein radikaler Bruch mit der bestehenden Welt der einzige Ausweg sein könnte. Rausch der Verwandlung ist ein unvollendeter Roman von Stefan Zweig, der erst 1982 aus dem Nachlass veröffentlicht wurde. Die Geschichte spielt im Österreich der Zwischenkriegszeit und erzählt von einer jungen Frau, deren Leben sich durch einen kurzen Ausbruch aus der Armut radikal verändert - und ebenso schnell wieder zusammenbricht. Der Roman gehört zu Zweigs eindringlichsten sozialen Erzählungen über Klassenunterschiede, Sehnsucht nach Anerkennung und die fragile Natur menschlicher Hoffnung.