Spannende und atmosphärische Dark Academia Geschichte
Es gibt diese Bücher, die man aufschlägt und dann in einem Rutsch durchliest. Made of Steel, der zweite Band der "Horus-Bell-Prep-Reihe" von Stefanie Hasse, war für mich genau so ein Kandidat. Stefanie Hasse schreibt unheimlich packend und flüssig. Besonders erfrischend fand ich, dass die Story das reine Academia-Setting zu einem Großteil hinter sich lässt und den Leser stattdessen in den erwachsenen Alltag der Protagonisten mitnimmt.Durch die Zeitsprünge in der Handlung wechselt der Leser immer wieder zwischen der Gegenwart und den Geschehnissen vor zehn Jahren an der Hell Prep. Wie bei einem Puzzle offenbart sich dadurch nach und nach, was damals tatsächlich vorgefallen ist. Diese gezielten Rückblenden schenken der Geschichte enorme Tiefe, helfen dabei, das heutige Verhalten der beiden zu entschlüsseln, und halten die Spannungskurve durchgehend auf einem hohen Niveau.Sehr gut hat mir auch die Dynamik zwischen Lizza und Blake gefallen. Durch die Kombination aus "Second-Chance" und "Enemies-to-Lovers" sprühen hier ordentlich die Funken. Die Beziehung ist geprägt von tiefen Verletzungen, intensiven Emotionen und all den Dingen, die jahreliegend unausgesprochen blieben. Man merkt sofort, dass der alte Verrat nur die Spitze des Eisbergs ist.Liza ist mir unheimlich schnell ans Herz gewachsen. Sie ist eine unfassbar starke Protagonistin, die sich nicht unterkriegen lässt und trotz aller Widrigkeiten geradlinig ihren Weg geht. Blake wiederum hat mich emotional echt gefordert. Aber genau diese Unperfektheit macht ihn zu einem verdammt spannenden Charakter. Die zusätzlichen Verstrickungen rund um Steele Pharmaceuticals und die Bruderschaft verleihen dem Plot eine richtig gute Substanz.Obwohl mich das Buch insgesamt absolut abgeholt hat, gibt es ein paar Punkte, die für mich nicht ganz rund waren: Ich hätte mir stellenweise noch etwas mehr Augenmerk auf die eigentliche Charakterentwicklung gewünscht. Zudem war mir der Spice-Anteil phasenweise etwas zu präsent. Die Rahmenhandlung rund um die Intrigen und die Geheimnisse war nämlich so packend aufgebaut, dass dieser Aspekt für mein Empfinden ruhig noch mehr Raum verdient hätte. Der Geheimbund selbst blieb dadurch leider an manchen Stellen eine Spur zu blass. Fazit4¿ - für eine spannende und atmosphärische Dark Academia Geschichte. Eine gelungene Second-Chance-Romance mit einer ordentlichen Portion Drama, vielen Geheimnissen & herrlich unperfekten Charakteren. Wer Lust auf eine düstere Grundstimmung und eine komplizierte, aber intensive Liebesgeschichte hat, sollte hier unbedingt zugreifen. Für Fans von Elite- und Dark-Academia-Vibes ist das Buch ein absolutes Must-Read!Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar.