Da ich skandinavische Thriller liebe, stolperte ich zufällig in einer Buchhandlung über "Røben - Nichts bleibt ungesühnt" von Steffen Jacobsen, erschienen bei Heyne. Bis dato kannte ich diesen dänischen Autor nicht, und deshalb begann ich zu lesen. Schließlich entdecke ich immer gerne neue Autoren für mich.
Sofort zog mich der Autor mit einer düsteren Szene in den Sog der Geschichte rund um die Ermordung eines bestialischen Vergewaltigers, der wenige Wochen nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in seinem Haus brutal ermordet wird. Schnell wird klar, dass der Tatort so sauber ist, dass der Mörder wahrscheinlich aus den eigenen Reihen der Polizei kommt. Und so muss die Polizistin Tanja sogar gegen ihren ehemaligen Partner ermitteln.
Die düstere und beklemmende Atmosphäre des Falles wurde perfekt vom Autor in Szene gesetzt. Ich konnte den Zwiespalt von Tanja verstehen und fühlen, denn der Ermordete hatte schließlich das Leben vieler Frauen zerstört. Auch ich hatte sofort nicht wirklich Mitleid mit dem Mordopfer und seiner Frau, die während des Mordanschlags gefesselt und geknebelt wurde, diesen aber überlebte.
Das Storytelling war schnell und actiongeladen, sodass ich geradezu durch die Seiten flog. Kurze Kapitel heizten meinen Lesefluss zusätzlich an. Der Schreibstil war locker und gut und ließ somit keine Wünsche offen. Allerdings war mir der Spannungsbogen zu stringent und geradlinig aufgebaut. Hier hätte ich öfter ein paar falsche Fährten gewünscht. Zwar baut der Autor ein paar Wendungen ein, allerdings hätte ich da gerne mehr an der Gedankenwelt der Ermittlerin teilgenommen. Oft blieb für mich die Frage offen, wie sie auf dieses Puzzlestück kam und es logisch zusammensetzte. Das Ende hingegen gefiel mir, auch wenn ich einen klitzekleinen Fehler fand.
Trotz dieses kleinen Abzugs kann ich euch diesen Thriller mit 4 von 5 Sternen sehr empfehlen. Er punktete vor allem mit einem sehr guten Schreibstil und einer packenden Story.