An der Black Bird Academy ist wirklich alles ein bisschen anders und das meine ich nicht nur wegen der Dämonen, Dolche und Kerker. Schon der Start hat mich direkt reingezogen, auch wenn ich erst mal genauso verwirrt war wie Leaf, als sie im Kerker aufwacht. Die Idee mit einer Schule für Exorzisten, kombiniert mit düsterer Fantasy und einem Hauch Dark Academia, hat bei mir sofort den Nerv getroffen. Falco als Trainer ist ein spannender Charakter, auch wenn er manchmal so geheimnisvoll tut, dass man ihn am liebsten schütteln würde.
Die Dynamik zwischen Leaf und ihm ist witzig, spritzig und an manchen Stellen richtig unterhaltsam auch wenn ich gestehen muss, dass die Spice-Szene für mich wie ein Fremdkörper wirkte. Sie kam einfach an einer Stelle, wo ich lieber mehr Spannung als heiße Luft gehabt hätte. Was die Handlung angeht, war vieles leider schon früh absehbar, trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt.
Besonders cool fand ich die inneren Dialoge zwischen Leaf und der Stimme in ihrem Kopf da blitzt oft dieser freche Humor durch, der mir gefällt. Die Atmosphäre der Academy ist schön düster, die Welt könnte für meinen Geschmack aber noch ein bisschen mehr Tiefgang vertragen. Der Schreibstil ist locker und liest sich schnell weg, perfekt für ein Buddyread, den ich zusammen mit @lese_fieber_ und @im_buecher_rausch richtig genossen habe.
Die Mischung aus Mystery, Fantasy und Romantik funktioniert, auch wenn ich mir an ein paar Stellen etwas mehr Überraschung gewünscht hätte. Für Fans von Dämonen-Action und frechen Hauptfiguren ist das Buch trotzdem absolut lesenswert. Die Charaktere haben Ecken und Kanten, was sie sympathisch macht, auch wenn sie manchmal Entscheidungen treffen, bei denen man sich an den Kopf fasst. Am Ende war es für mich ein gelungener Ausflug in die Black Bird Academy mit kleinen Schwächen, aber definitiv mit Unterhaltungswert. Deshalb solide vier Sterne von mir.