Wer Romance liest, wird sich in The Romance Rivalry ziemlich schnell zuhause fühlen. Susan Lee baut die Geschichte rund um Irene und Aiden konsequent entlang bekannter Romance-Tropes auf (von Fake Dating bis Rivalität) und spielt dabei sehr bewusst mit den Erwartungen ihrer Leser:innen.
Besonders gefallen hat mir der Schreibstil: leicht, flüssig und angenehm zu lesen. Ich bin ohne Probleme durch die Seiten gekommen und hatte nie das Gefühl, irgendwo hängen zu bleiben. Gerade für ein Buch, das so sehr mit Romance-Klischees arbeitet, funktioniert das Tempo wirklich gut.
Mit Irene hatte ich allerdings nicht immer leichtes Spiel. Ich mochte ihre Begeisterung für Bücher und dass Romance für sie so viel mehr als nur Unterhaltung ist; gleichzeitig wirkte sie auf mich stellenweise etwas zu sehr auf dieses eine Thema fokussiert. Vor allem in Bezug auf ihr Literaturstudium konnte ich manches nicht ganz nachvollziehen. Es entstand bei mir zwischendurch der Eindruck, als hätte sie sich vorher wenig damit beschäftigt, was ein Literaturstudium tatsächlich umfasst, Literatur besteht eben nicht ausschließlich aus Romance-Romanen. Dadurch wirkte sie auf mich an einigen Stellen etwas unüberlegt oder wenig verantwortungsbewusst.
Ein echtes Highlight waren dafür die Nebenfiguren Charles und Jeanette. Besonders schön fand ich, dass sie nicht nur Beiwerk bleiben, sondern einen eigenen Handlungsstrang bekommen und dadurch deutlich mehr Tiefe in die Geschichte bringen.
Insgesamt ist The Romance Rivalry ein unterhaltsamer, liebevoller Romance-Roman mit vielen Anspielungen für Genre-Fans und einer klaren Liebeserklärung an Liebesgeschichten. Für mich gab es kleinere Abzüge bei der Hauptfigur, aber der Charme, der Humor und die starke Dynamik der Figuren haben das mehr als ausgeglichen.