Irrwitzige Fantasy mit nicht so üblichem Gebäck
"Mehl, Magie und Machenschaften" von T. Kingfisher ist so ziemlich das lustigste Buch, das mir seit Langem in die Hände gefallen ist. Cozy Fantasy mit einem spannenden Kriminalfall, unberechenbaren Backwaren und einem Sauerteig-Starter, der es in sich hat. Das alles so humorvoll und liebevoll verpackt, dass es einfach Spaß macht, Monas Abenteuer zu verfolgen und ihre "Backkunst" in Aktion zu sehen. Mona ist wunderbar bodenständig und agiert ohne viel Pathos. Ihr trockener Humor und die Situationskomik funktionieren bestens und vermitteln gemütliche Vibes mit einer überraschend spannenden und bissigen Story und tiefgründigen Charakteren, die trotzdem viel zu schultern haben.Dadurch gelingt der Spagat aus Sarkasmus, liebenswerten Figuren und einer herrlich skurrilen Welt sehr gut. Monas pragmatischer Blick auf die Dinge und ihre Interaktionen mit ihrem Gebäck sind super schräg, aber gleichzeitig so liebenswert, wie es nur möglich ist. Mir hat besonders gut gefallen, dass mit Mona keine Protagonistin auftritt, die von vornherein eine auserwählte Kriegerin mit epischer Prophezeiung ist (IYKYK), sondern eine Bäckerin, die einfach nur will, dass ihre Brötchen gelingen und niemand in ihrer Stadt ermordet wird.Diese Mischung aus cozy Fantasy-Vibes riecht beim Lesen quasi ständig nach frischem Gebäck und bringt zum Ende hin eine überraschend spannende Krimi-Handlung mit einer ordentlichen Portion Action mit. Ein absolutes Muss für alle, die originelle Geschichte, schrägen Humor und starke, sympathische Underdog-Heldinnen lieben. Als Lesender sieht man Brotteig danach auf jeden Fall mit anderen Augen (Und ich möchte jetzt auch einen "Bob" haben ¿).