Thea Hong ist eine Meisterin der Erzählung. Mit dem zweiten Teil ihrer Dilogie Prinzessin der tausend Diebe schickt sie uns erneut in in den Hong-Clan von Sora und Jia. Doch nach dem bittersüßen Ende von Band 1 steht die gesamte Welt der Figuren Kopf. Die tragischen Verluste durch den Angriff der mystischen und bestialischen Kreaturen kann Jia nicht einfach so hinnehmen. Zum Glück entstammen die Bestien aus bekannten, koreanischen Zeichnungen und ein Plan tut sich auf: Jia will ins 18. Jahrhundert reisen und Sin, den Künstler der Werke, umbringen, bevor seine Monster alles zerstören, was Jia heilig ist. Sie will in die Vergangenheit eingreifen und ihre Zukunft ändern. Jedoch gerät ihr Plan direkt zu Beginn ins Wanken, als Jia feststellt, dass sie zu früh in die damalige Zeit gebracht wurde. Doch Jia trifft ziemlich schnell auf einen potentiellen Verbündeten, der sie eine künstlerische Schule einquartiert. Maskiert als Mann lernt Jia dort nicht nur, was es bedeutet, Freundschaften zu schließen und Vertrauen zu schenken, sondern sie wird Zeugin einer weitaus größeren Bedrohung Koreas, die ihre komplette Zeitlinie gefährden könnte, wenn Jia die falschen Entscheidungen trifft. Als wäre das nicht genug, spielt auch Jias Herz eine ganz eigene Melodie. Jia steckt in einem echten Dilemma, insbesondere wenn Sin derjenige ist, der diese verbotenen Gefühle in ihr auslöst.
Szenenwechsel, hochgradig spannende Wendungen, eine verbotene Liebe und ein Einblick in das historische Korea. Das Finale der Dilogie enthält alles, was ein erstklassiges Fantasybuch braucht. Jia nimmt uns wahrhaftig mit auf eine Reise, die auf keiner Seite langweilig wird sondern nur so von Überraschungen geprägt ist. Die Freundschaften mit Danwon und Geungjae sind eine ideale Ergänzung zu Jias bisherigem Einsiedler-Dasein, die gemeinsamen Szenen und die Entwicklung ihrer Freundschaft waren eine lustige und sehr schöne Ergänzung zur Geschichte. Vor allem fand ich meisterhaft gut eingefädelt, wie auch in der Vergangenheit eine Gefahr lauert und Jia dem wahren Kern der Monster Stück für Stück näherkommt. Besonders positiv muss ich an dieser Stelle festhalten, dass auch das Thema Periode in einem fantastischen Roman vorkommt! Für eine Romantasy-Geschichte war es mir aber tatsächlich etwas zu wenig romantisch. Wir bekommen zwar am Ende eine herzzerreißende Liebesgeschichte und ich habe insbesondere in den letzten Kapiteln sehr mitgefiebert, aber die initiale Verbindung und die Entwicklung der tatsächlichen Lovestory kam mir neben der Haupthandlung zu kurz.
Mein Fazit: Dieses Buch ist perfekt für alle, die die Grundstory von Mulan lieben, das alte Korea und dessen Legenden kennenlernen sowie eine moderne Heldenreise lesen möchten.