Das Buch fängt auf spannende Weise depressives Erleben ein. Kurze Sätze, keine Adjektive - und man steigt als Leser*in tief ab in die Monotonie des Protagonisten. Als durch ein Ereignis die Mauern zu bröckeln beginnen, spiegelt sich dies in der Sprache wieder. Die Sätze werden komplexer, Empfindungen der Hauptfigur lassen einen als Leser*in aufatmen. Die tiefe Verflechtung von Sprache und Inhalt trägt sich bis zum Ende hin durch. Großartig! Dass eine unfassbare Wendung gegen Ende passiert, ahnt man nicht im Geringsten.
Ein Buch, das einen in den Bann zieht und einem das Erleben in der Tiefe von Depression und Dissoziation unter die Haut gehen lässt - und am Ende (auch) eine Liebeserklärung an Menschen ist. Ganz versteckt, und doch klar.
Eine echte Leseempfehlung.