Dies war für mich ein wirklich besonderes Buch. Ich selbst bin zu jung, um die DDR noch miterlebt zu haben. Mein Wissen darüber stammt hauptsächlich aus dem Geschichtsunterricht, und auch aus meiner Familie habe ich dazu nur wenige persönliche Geschichten gehört. Gerade deshalb fand ich dieses Buch sehr spannend und bereichernd.
Der Autor erzählt in 55 kurzen Geschichten aus seinem Leben und aus dem Alltag in der DDR. Dabei geht es nicht nur um große politische Themen, sondern vor allem um viele kleine Alltagsmomente, die zeigen, wie Menschen damals gelebt haben. Genau das macht das Buch so interessant: Man bekommt ein Gefühl dafür, wie der Alltag wirklich war.
Besonders gefallen haben mir die vielen typischen Details, die heute fast schon vergessen sind. Zum Beispiel die dreieckigen Päckchen der Schulmilch, die vielen vielleicht noch bekannt vorkommen. Solche kleinen Erinnerungen machen Geschichte greifbar und lebendig.
Auch Begriffe oder Dinge, die man heute kaum noch kennt, tauchen im Buch auf. Ich habe dabei sogar Neues gelernt zum Beispiel wusste ich vorher gar nicht genau, was ein Erbsengewehr ist. Durch die persönlichen Erlebnisse des Autors werden solche Dinge ganz natürlich erklärt.
Die Geschichten sind unterhaltsam, persönlich und gleichzeitig informativ. Beim Lesen hat man das Gefühl, ein Stück in eine andere Zeit einzutauchen. Gleichzeitig merkt man, wie wichtig es ist, dass solche Erinnerungen festgehalten werden, damit dieses Wissen und diese Erfahrungen nicht verloren gehen.
Für mich ist das Buch eine tolle Sammlung von Geschichten, die Geschichte auf eine sehr menschliche und alltagsnahe Weise erzählt. Besonders für Leserinnen und Leser, die so wie ich die DDR selbst nicht erlebt haben, ist es eine spannende Möglichkeit, einen Einblick in diese Zeit zu bekommen.