Mit viel Vergnügen las ich die Story über ein (ost-)deutsches Leben, über Dinge, die Kindheit ausmachten!
Broiler, Wimpel, Westpaket - eine kurzweilige Reise mit 55 Begriffen durch eine vom DDR-Sozialismus geprägte Kindheit und Jugend, vorgestellt von Torsten Harmsen.Ich als Ostkind vom Jahrgang 1953 war sehr erstaunt, was der Berliner "Junge" sich da alles ausgesucht hat. Es gibt Übereinstimmungen, aber bei mir wären es in der Summe andere Dinge gewesen.Für mich beweist die launige Auswahl, dass eine schöne Kindheit für die meisten meiner Generation die Regel war. Es gefällt mir sehr, dass politische Dinge wenig und wenn, dann unbefangen Erwähnung finden. Wir waren Kinder. Auch für mich spielte das, was heute in vielen Rückschauen (wie z. B. Fahnenappell) vordringlich genannt wird, kaum eine Rolle. Das prägte mich auch nicht. Meine Auswahl der Dinge sähe natürlich anders aus, schon weil ich eine Frau und in Sachsen aufgewachsen bin, mit einer Mutter, die aus dem Westen kam und wegen der Liebe hiergeblieben ist.Ich hätte auch viele tolle Geschichten zu erzählen. Ein schönes Buch, das in mir eine Menge Erinnerungen weckte und andere assoziierte - angefangen beim Sammeln von Altstoffen, dem Rechenschieber, der Schulmilch, das leckere Eis, Kachelofen, Bohnerwachs (oh wie habe ich das schwere Bohnergerät, das den Glanz der Holzdielen erzeugte, gehasst), Stofftaschentuch, Radio (in unserer Küche noch ein Volksempfänger, nur mit einem Sender!). Mit viel Vergnügen las ich die Story über ein (ost-)deutsches Leben und bewerte mit vier von fünf Sternen. Meine Leseempfehlung vergebe ich sehr gern.