Das Buch Fuck Female Empowernment Der große Irrtum des modernen Feminismus von Valentina Maceri kritisiert den modernen Feminismus, indem verschiedene Aspekte und Bereiche aufgegriffen werden, allerdings wenig differenziert und sehr einseitig.
In vielerlei Hinsicht ist das Buch extrem oberflächlich geschrieben. Die Argumentationsgänge sind einseitig. Zwar werden verschiedene Personen zu den jeweiligen Thesen befragt, allerdings bestärken und thematisieren diese Positionen nur die Meinung und die Argumente der Autorin. Die Beschäftigung mit Gegenargumenten bleibt meist komplett aus, weshalb die Argumentation wenig überzeugend und unausgewogen sind. Ein weiterer Punkt, der die Oberflächlichkeit des Buches widerspiegelt, sind die Quellenangaben. Es ist hilfreich, dass es diese überhaupt gibt, aber sie sind in Form von bloßen Internetlinks unter Anmerkungen aufgelistet, ohne Verweis auf den letzten Zugriff oder Nennung des Titels des Artikels, also genau so wie man in der 5. Klasse Quellen in einer PowerPoint Präsentation angegeben hat. Zudem sind Quellenangaben lückenhaft. Ich hätte mir eine Quellenangabe bei sexueller Gewalt an Männer und Frauen gewünscht, da hier die Informationen faktisch falsch dargestellt werden, damit sie in das Gesamtkonzept des Buches passen. Es gibt eine Menge an Statistiken, die zeigen, dass Frauen deutlich häufiger Opfer von sexueller Gewalt werden als Männer.
Das Buch erweckt den Eindruck, dass die Autorin das Buch geschrieben hat, um Männern zu gefallen und sie zu bestärken in den gesellschaftlich hierarchischen und patriarchalischen Strukturen, die der Feminismus kritisiert. Im Rahmen eines Fernsehauftritts wird beispielsweise die Reduzierung auf das Äußere von Frauen als Kompliment genommen, weil es dann inhaltlich ja anscheinend keine Kritikpunkte gibt. An der Stelle frage ich mich, würde bei Männern auch auf das Äußere eingegangen werden, wenn z.B. eine Rede inhaltlich perfekt wäre oder würde er als Experte gefeiert werden?
An einer anderen Stelle wird legitimiert, dass man sich als Frau in einer Männerdominierten Runde beweisen müsse, wobei eine Frau genau so Expertin ist, wenn sie zu so einer Runde eingeladen wird.
Insgesamt wird der Moderne Feminismus verallgemeinert und mit Männerhass und leeren feministischen Parolen verbunden und somit oberflächlich und einseitig dargestellt. An keiner Stelle wird tiefgreifend hinterfragt und unter die Oberfläche geschaut. Menschen, die nicht oder antifeministisch sind, wollen genau das hören. Das Buch ist gesellschaftlich extrem rückschrittig, weswegen ich es keiner Person empfehlen würde!